Tesla Aktie: Warum Investor Ron Baron weiter an Tesla glaubt

Starinvestor Ron Baron ist von der Tesla-Aktie weiter überzeugt und verweist auf einen wichtigen Punkt, den Anleger gerne übersehen. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Keine leichte Aufgabe für Tesla-Chef Elon Musk dieser Tage. Der Tesla-Chef muss die Produktion des Model 3 ankurbeln, die letzten technischen Gebrechen (wie z.B. schwache Bremsen) des Elektroautos ausmerzen und Investoren beschwichtigen.

Denn die Tesla-Aktie befindet sich seit Wochen in einem stabilen Abwärtstrend, eine schnelle Trendwende scheint aufgrund der anhaltenden Verluste derzeit eher nicht in Sicht. Hinzu kommen Spekulationen über einen weiteren Kapitalbedarf.

Braucht Tesla noch mehr Geld?

Denn seit Wochen kursieren Gerüchte an der Wall Street, wonach Tesla erneut Kapital benötigen könnte. Zum Beispiel geht man bei Goldman Sachs davon aus, dass Tesla bis zum Jahr 2020 noch 10 Mrd. US-$ an frischem Kapital benötigen wird. Bei der US-Investmentbank Jefferies geht man von einem Kapitalbedarf von 2,5 bis 3,0 Mrd. US-$ in diesem Jahr aus.

Doch Tesla-Chef Elon Musk winkt bisher ab. Tesla wird laut Musk in diesem Jahr kein weiteres Kapital aufnehmen. Stattdessen streckt Tesla seine Fühler nach China aus und hat eine neue Tochter (Tesla Shanghai Co) im Reich der Mitte registriert. Die Zeichen stehen – trotz der Diskussion um frisches Geld – offenbar weiter auf Expansion.

Ron Baron glaubt weiter an Tesla – warum?

Davon ist auch Starinvestor Ron Baron überzeugt, der mit seiner Investmentfirma Baron Capital etwa 27 Mrd. US-$ verwaltet. Zwar hält Baron, der seit 2014 bei Tesla engagiert ist, nur etwa 1,62 % des verwalteten Kapitals in Tesla-Aktien, dennoch ist der Starinvestor nach wie vor überzeugt von Tesla. Baron glaubt im Interview mit CNBC, sein investiertes Geld verzwanzigfachen zu können.

Einige Anleger sind inzwischen nervös, verliert Tesla doch Quartal für Quartal viel Geld. Auch über eine mögliche Pleite wird spekuliert. Doch der 75-jährige Investment-Manager lässt sich davon nicht beirren und verweist darauf, dass Tesla das Geld nicht verbrennt, sondern vielmehr Fabriken und Fertigungsstraßen baut.

Auch Baron glaubt nicht, dass Tesla nochmal an den Kapitalmarkt herantreten wird und wenn, dann nur, um noch schneller zu wachsen, so der Investment-Profi. Ferner verweist Baron darauf, dass nicht immer alles glatt geht, wenn neue Dinge versucht werden. Tesla gilt als Pionier unter den Elektroautobauern, hat aber noch relativ wenig Erfahrung, wenn es um die Massenherstellung von Fahrzeugen geht.

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Tesla geht Produktionsprobleme an

Unter dem Strich verweist Baron auf die enormen Möglichkeiten, die sich Tesla bieten, wenn das Unternehmen seine Probleme in den Griff bekommt. Und darauf deuten die jüngsten Meldungen aus dem Unternehmen hin. Laut Musk hat es Tesla in der Vorwoche geschafft, die Produktion des Model 3 auf 500 E-Autos pro Tag und damit auf 3.500 Auslieferungen pro Woche zu heben.

Tesla hatte bislang eine Produktion von 5.000 Model 3 pro Woche bis zum Ende des zweiten Quartals anvisiert. Das Model 3 ist für Tesla von enormer Bedeutung, liegen für dieses Fahrzeug nicht nur mehr als 450.000 Vorbestellungen vor, das Model 3 spielt auch eine wichtige Rolle für Tesla, wenn es um das Erreichen der Gewinnzone geht.

Doch davon ist Tesla noch weit entfernt. Zunächst muss Tesla-Chef Elon Musk seine Versprechen einlösen, die Produktion des Model 3 zu heben und im dritten Quartal 2018 tatsächlich Gewinne zu schreiben.

Fazit: Tesla-Aktie ist ein spannendes Investment – für risikobewusste Investoren

Keine Frage, Tesla ist derzeit in einer kritischen Phase, die über die Zukunft des Unternehmens entscheidet. Doch Analystenhäuser wie das Haus Baird verweisen darauf, dass Tesla in der Vergangenheit seine Probleme stets erfolgreich bewältigt hat.

Auch die Produktion des Model S und X ist erst nach Verzögerungen erfolgreich angelaufen. Heute baut Tesla die Stückzahlen, die erforderlich sind, um die Marktnachfrage zu erfüllen. Im Analystenhaus Baird glaubt man daher, dass dies Tesla auch beim Model 3 gelingen wird.

Starinvestor Ron Baron verweist noch auf einen anderen wichtigen Punkt, denn Anleger gerne übersehen: Wenn ein Investor zu lange wartet, bis ein Konzept erfolgreich ist, dann ist es meist zu spät, denn dann müssen Anleger meist höhere Preise bezahlen. Da Tesla weitgehend noch am Anfang steht bzw. sich als Unternehmen noch in der Entwicklung befindet, ist die Tesla-Aktie zwar ein äußerst spannendes Investment, das aber nur für risikoorientierte Anleger interessant ist. Denn hohe Kurschancen stehen stets höheren Risiken gegenüber.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands