Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Tesla kauft Maxwell – Was bedeutet das für die Aktie?

Tesla Model X RED – shutterstock_759593449 Hadrian

Tesla will mit dem Maxwell-Zukauf seinen technischen Vorsprung wahren. Doch es gibt einen Haken. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Das Jahr 2019 war bislang kein gutes Jahr für Tesla-Anleger. Die Tesla-Aktie tauchte zuletzt zeitweise unter die Marke von 300 US-$ ab. Das US-Verbrauchermagazin Consumer Reports hatte jüngst seine Kaufempfehlung für das Tesla Model 3 zurückgezogen, nachdem das Elektroauto offenbar noch an einigen Kinderkrankheiten leidet.

Ein Dämpfer für Tesla, will der US-Elektroautobauer mit dem Model 3 den Massenmarkt erobern. Zudem warten über 400.000 Model-3-Vorbestellungen auf ihre Abarbeitung.

Um die Batterien für das Model 3 und anderer Elektroautos weiter zu optimieren, hatte Tesla zuletzt den Energiespeicher-Spezialisten Maxwell Technologies für 218 Mio. US-$ übernommen. Viele Anleger fragen sich nun, was die Übernahme von Maxwell für Tesla bringt?

Tesla kauft Maxwell – das bringt die Übernahme

Die amerikanische Maxwell Technologies gilt als Spezialist für sogenannte Superkondensatoren. Diese Technik hat das Potenzial, Akkus in Elektroautos zu revolutionieren.

Der Punkt: Super- bzw. Ultrakondensatoren können binnen Sekunden aufgeladen werden. Der Nachteil: Ultrakondensatoren haben eine relativ niedrige Energiedichte. Hier kommt Maxwells neue Batterie-Technik (Trockenbatteriekathoden) zum Einsatz, wodurch die Energiedichte dann um 25 bis 50 % höher liegen soll (über 300 Wattstunden pro kg) als bei aktuellen Batterien in Elektroautos. Forscher hoffen, die Technik so weiterzuentwickeln, dass am Ende eine um 200 % höhere Energiedichte steht (über 500 Wattstunden pro kg) als bei herkömmlichen Akkus.

Ultrakondensatoren verfügen dagegen über ein verbessertes Wärmemanagement, wodurch sich die Batterie-Lebenszeit um etwa das Zweifache gegenüber der aktuellen Technik verlängert. Unter dem Strich ermöglicht die Maxwell-Technik ein deutlich schnelleres Laden, wobei die Batterien möglicherweise sogar Kobalt-frei produziert werden können.

Für Tesla bedeutet dies, dass die Batterien kostengünstiger produziert werden können und die Fahrzeuge bei geringerem Gewicht mehr Reichweite besitzen.

Tesla Model X RED – shutterstock_759593449 Hadrian

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Neue Batterietechnik, doch die Serienreife lässt noch auf sich warten

Das Problem an der neuen Technik ist, dass diese noch nicht serien- bzw. marktreif ist. Dies bedeutet, dass voraussichtlich noch mehr Forschungsgelder in die Batterietechnik investiert werden müssen, bis diese in der Massenherstellung zum Einsatz kommen kann.

Die Übernahme von Maxwell durch Tesla wird von Branchenexperten trotzdem als ein Schritt in die richtige Richtung eingeschätzt. Dies ist aber auch notwendig, damit Tesla seinen technischen Vorsprung vor der Konkurrenz halten und damit seine hohe Bewertung rechtfertigen kann.

Fazit: Tesla will Batterie-Technik mit Maxwell-Zukauf stärken

Tesla versucht mit ausgesuchten Zukäufen sowohl die Produktion, als auch seine Batterie-Technik weiter zu optimieren. Die Batterie-Technik ist besonders wichtig in der Elektroauto-Industrie, entfällt auf diese Komponente etwa ein Drittel der gesamten Wertschöpfung beim Elektroauto.

Kann sich Tesla hier einen technologischen Vorsprung vor der Konkurrenz erarbeiten, dürfte dies dem kalifornischen Elektroauto-Pionier dabei helfen, seine Marktanteile weiter zu steigern.

Noch aber ist es nicht soweit. Tesla muss zunächst weitere Gelder in die neue Batterietechnik investieren, die Kinderkrankheiten beim Model 3 beheben und die Produktion in anderen Ländern wie zum Beispiel in China weiter ausbauen.

Unter dem Strich müssen Anleger damit rechnen, dass die Tesla-Aktie in den nächsten Monaten weiterhin sehr volatil bleibt. Damit ist die Tesla-Aktie weiterhin nur für spekulativ orientierte Anleger interessant, die an die innovative Technik von Tesla glauben und langfristig in der Aktie investiert bleiben.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands