Tesla Model Y – Was bringt das neue Elektroauto für die Aktie?

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Tesla hat sein neues Model Y vorgestellt. Kann das Elektroauto die Tesla-Aktie wieder beflügeln? (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Mitte März hatte Tesla seinen neuen Elektro-Crossover Model Y vorgestellt, der den endgültigen Durchbruch für den kalifornischen Elektroauto-Pionier bringen soll. Firmenchef Elon Musk ist zuversichtlich, dass Tesla mehr Model Y verkaufen wird, als Model Y, Model X und Model 3 zusammengenommen.

An der Wall Street fasst man die Versprechungen eher mit Skepsis auf. Die Tesla-Aktie befindet sich seit Ende 2018 im Abwärtstrend. Von über 370 US-$ fiel die Tesla-Aktie zuletzt auf unter 270 US-$. Eine schnelle Erholung scheint derzeit nicht in Sicht – trotz des Model Y.

Tesla stellt Model Y vor: Kursschub für die Aktie?

Dabei ist das Model Y durchaus beeindruckend. Der Elektro-Crossover ist ein 7-Sitzer und kostet in der Basisversion nur etwa 10% mehr als das kleinere Model 3. Die Einstiegspreise für das Model Y beginnen bei 39.000 US-$. Die Basis- bzw. Standard-Version schafft 230 Meilen (370 Kilometer), wird aber erst im Frühjahr 2021 verfügbar sein. Kurzfristig werden die Pläne also kaum Einfluss auf die Tesla-Aktie haben.

Zunächst wird sich Tesla ohnehin auf die teurere Performance-Version konzentrieren, die von 0 auf 60 Meilen in 3,5 Sekunden beschleunigt. Diese Version des Model Y soll eine Reichweite von 280 Meilen (450 Kilometer) bieten und 60.000 US-$ kosten. Das Marktdebüt ist im Herbst 2020 geplant.

Die Allrad-Version des Model Y soll ebenfalls im Herbst 2020 erscheinen und von 0 auf 60 Meilen in 4,8 Sekunden beschleunigen. Die Reichweite der Allrad-Version des Model Y gibt Tesla ebenfalls mit 280 Meilen (450 Kilometer) an, wobei diese Fahrzeugvariante dann 51.000 US-$ kosten soll.

Ergänzend dazu plant Tesla noch eine weitere Model Y Variante mit einer Reichweite von 300 Meilen (482 Kilometer) – dieser Fahrzeugtyp soll dann 47.000 US-$ kosten. Geduldige Kunden, die ein Model Y vorbestellen, müssen 2.500 US-$ hinterlegen.

Tesla Model Y – Was Anleger noch wissen müssen

Das interessante am Model Y ist, dass dieses Elektroauto auf dem Model 3 basiert. Rund 75 % der Teile sind mit dem Model 3 identisch. Dies bedeutet, dass Tesla dieses Elektroauto kostengünstiger und damit wohl mit höheren Gewinnmargen produzieren kann als das Model 3.

Allerdings ist die günstigste Variante mit 39.000 US-$ nach wie vor teurer als der Durchschnittsverkaufspreis eines gewöhnlichen Autos in den USA. Laut dem Branchendienst JD Power geben US-Autokäufer im Schnitt 32.500 US-$ für einen Fahrzeug-Neukauf aus.

Damit bleibt abzuwarten, ob Tesla trotz der relativ niedrigen Preise seines neuen Elektroautos tatsächlich den Massenmarkt ansprechen kann, zumal die Model Y Varianten mit besserer Ausstattung nochmals deutlich teurer sind.

Fazit: Tesla steigt mit dem Model Y in einem sehr umkämpften Markt ein

Fest steht allerdings, dass Tesla mit dem Model Y in einen Markt eintritt, der enorme Chancen für den Elektroauto-Pionier bietet, aber auch stark umkämpft ist. Nahezu jeder namhafte Autohersteller auf der Welt hat ein SUV-Modell im Programm, erste Hersteller (Hyundai, Audi etc.) bieten inzwischen Elektro-SUVs an.

Kein Wunder, denn sog. Sport Utility Vehicle (SUVs) sind sehr populär. Allein in den USA waren rund 70 % der Neuzulassungen im Monat Januar 2019 SUVs (Quelle: IHS Markit). Auch müssen Anleger beachten, dass die ersten Model Y Elektroautos frühestens im Herbst 2020 zu erwarten sind – wenn alles glatt geht.

Zwar hat Tesla aus den bisherigen Produktionsproblemen beim Model 3 sicherlich dazugelernt, doch müssen die Produktionslinien für das neue Model Y erst in Nevada/USA und in Shanghai/China aufgebaut werden. Verzögerungen sind also auch beim Model Y möglich.

Zunächst gilt es für Tesla, das Model 3 zu den Kunden zu bringen und die Produktion wie vorgesehen auf 10.000 Fahrzeuge pro Woche zu steigern. Bekommt Tesla diese Probleme in den Griff, warten schon die nächsten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Produktion des Tesla Semi und den Tesla Roadster 2 auf das Unternehmen.

Kurzum: Auch wenn es Tesla in diesem Jahr schafft, wie geplant 360.000 bis 400.000 Elektroautos zu verkaufen, müssen Anleger damit rechnen, dass die Tesla-Aktie sehr volatil bleibt. Denn noch ist unklar, ob Tesla noch weiteres Kapital benötigt, um seine ehrgeizigen Produktionspläne zu verwirklichen. Die Tesla-Aktie bleibt damit nur für sehr risikofreudige Anleger interessant.

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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands