Tesla sieht sich beim Model 3 im Zeitplan – Was erwartet Anleger?

Tesla drückt beim Model 3 aufs Tempo, die Produktion soll im Juli anlaufen - die Aktie reagiert jetzt schon. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Im Frühjahr 2016 sorgte Tesla mit der Vorstellung seines Tesla Model 3 für Aufsehen. Es ist das erste erschwingliche Elektroauto (Basispreis 35.000 US-$) für den Massenmarkt aus dem Hause Tesla.

Tesla-Fans und Anleger waren begeistert. Während das Model 3 unmittelbar nach der Vorstellung bereits 373.000 Reservierungen verbuchen konnte, zog auch der Tesla-Aktienkurs spürbar an und kletterte binnen weniger Monate von unter 160 US-$ auf über 250 US-$. Im Februar 2017 markierte der Tesla-Aktienkurs schließlich ein neues Rekordhoch bei über 280 US-$, bevor anschließend eine Konsolidierung einsetzte.

Der Grund für die Euphorie der Anleger ist die immense Bedeutung des Model 3 (im Bild unten) für den Elektroautobauer. Denn mithilfe des Model 3 will Tesla in den Massenmarkt und damit in neue Dimensionen vorstoßen, denn bislang baute Tesla vor allem Elektroautos für den hochpreisigen Luxus-Markt.

Konkret will Tesla mit dem Model 3 seine Produktionszahlen von aktuell rund 100.000 Elektroautos auf 500.000 Elektrofahrzeuge im Jahr 2018 steigern. Im Jahr 2020 sollen dann sogar 1 Million Elektroautos vom Band rollen, so die Vision von Tesla-Chef Elon Musk.

Tesla – der Zeitplan für das Model 3

Für Tesla ist es daher wichtig, den Zeitplan für das Model 3 einzuhalten. Zuletzt kursierten an der Wall Street immer wieder Gerüchte, wonach Tesla hinter dem Zeitplan für das Model 3 liegt.

Zum Beispiel glaubt man bei Goldman Sachs, dass Tesla die Deadline zur Markteinführung im zweiten Halbjahr 2017 nicht einhalten und sich das Model 3 um einige Monate verzögern wird. Diese Befürchtungen rühren zum Teil daher, da sich die Markteinführung jedes Tesla-Elektroautos (Tesla Roadster, Model S, Model X) bisher stets um einige Monate verzögert hat.

Tesla Model 3: Produktion soll im Juli anlaufen

Dies soll sich beim Tesla Model 3 ändern – die Kalifornier wollen dieses Mal den Zeitplan einhalten. Tesla spricht davon, dass die Produktion des Model 3 im Juli anlaufen soll, die Massenproduktion soll dann im September 2017 starten.

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Konkret sollen dann in der Anfangsphase zunächst 5.000 Tesla Model 3 Elektroautos pro Woche vom Band rollen, in 2018 soll die Produktion des Model 3 dann auf 10.000 Autos pro Woche steigen, so  Tesla-Chef Elon Musk. Damit sieht sich Tesla noch im Zeitplan, dass das Model 3 im vierten Quartal 2017 an die ersten Kunden in den USA ausgeliefert werden kann.

Produktionsvorbereitung für das Model 3: Tesla investiert viel Geld

Um die Massenproduktion des Model 3 vorzubereiten, baut Tesla zunächst eine kleine Anzahl von Prototypen. Einhergehend dazu werden die Produktionslinien auf die spätere Massenproduktion des Model 3 vorbereitet – dies kostet Geld.

Allein im vierten Quartal 2016 investierte Tesla 522 Mio. US-$ in Erweiterungsmaßnahmen, im ersten Halbjahr 2017 plant Tesla weitere Investitionen zwischen 2,0 und 2,5 Mrd. US-Dollar – ein Zuwachs von 190 % gegenüber dem zweiten Halbjahr 2016.

Nebenbei soll das übernommene deutsche Ingenieursbüro Grohmann Engineering Tesla dabei helfen, den Produktionsprozess rund um das Model 3 so zu optimieren, dass auch mit dem Model 3 später Bruttomargen wie beim Model S bzw. Model X (ca. 22 %) erreicht werden.

Fazit: Model 3 Markteinführung ist wichtiger Meilenstein

Die Markteinführung des Model 3 im zweiten Halbjahr 2017 ist ein wichtiger Meilenstein für Tesla. Der US-Konzern bewegt sich damit heraus vom reinen Nischenanbieter (Luxus-Autos) hin zu einem konkurrenzfähigen Automobil-Hersteller, der den etablierten Branchengrößen wie BMW, VW & Co künftig auch im gehobenen Massenmarkt Marktanteile streitig machen will.

Zudem dürfte das Model 3 nur der Anfang einer Produkterweiterung sein, dem bald weitere Elektroauto-Modelle wie ein Mini-SUV (Model Y), ein Pickup-Modell und ein Mini-Bus folgen dürften.

Kurzum: Auch wenn Tesla den Zeitplan für das Model 3 nicht auf den Monat genau einhalten kann, stellt dies keinen Weltuntergang für Anleger dar. Tesla hat in puncto Akku-Technik (Reichweite), Autonomes Fahren (Autopilot) und Ladetechnik nach wie vor einen Vorsprung vor der Konkurrenz – dies dürfte sich langfristig positiv auf die Verkaufszahlen des Model 3 und damit auch auf den Tesla-Aktienkurs auswirken.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands