Tesla vs Porsche: Hat Porsche mit dem Taycan eine Chance?

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Porsche hat jüngst den Taycan vorgestellt, der als erstes Elektroauto dem Tesla Model S Paroli bieten soll. Was ist für Anleger drin? (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Tesla hat im vergangenen 3. Quartal 2019 die Auslieferzahlen leicht verfehlt. Statt der erhofften 100.000 Elektroautos, konnte Tesla nur 97.000 E-Autos zu den Kunden bringen.

Dennoch sieht sich Tesla weiter auf Kurs, immerhin konnte man im jüngsten Quartal 79.600 Model 3 und 17.400 Model S und Model X ausliefern. Zwar wird damit das Jahresziel von 360.000 bis 400.000 verkauften E-Autos etwas schwieriger zu erreichen – Tesla müsste im Schlussquartal 105.000 E-Fahrzeuge verkaufen – dennoch stimmt die Marschrichtung.

Unbemerkt der Öffentlichkeit hat Tesla in Sachen Produktion die Marke von 7.000 Elektroautos pro Woche erreicht, was die jüngsten Auslieferzahlen bestätigen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Auch der Sportwagen-Hersteller Porsche will bedingt durch die starke Nachfrage seine Taycan-Produktion weiter hochfahren.

Tesla vs. Porsche – Was kann der Taycan?

Porsche hat im September den elektrischen Porsche Taycan vorgestellt, der dem Tesla Model S als erstes Elektroauto Paroli bieten soll. Der Taycan ist in 2 Varianten erhältlich: Taycan Turbo und Taycan Turbo S. Beide Elektro-Porsche sind mit 2 Elektromotoren und einem 93,4 Kilowattstunden-Akku ausgestattet, die eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h zulassen.

Der Taycan Turbo kostet ca. 152.000 € und verfügt über 680 PS Leistung (850 Nm Drehmoment). Der Taycan Turbo S ist die schärfere Variante mit 761 PS (1.050 Nm Drehmoment), kostet aber bereits über 185.000 €. Die Reichweite gibt Porsche mit 381 bis 450 Kilometer (Taycan Turbo) an, die ersten Fahrzeuge sollen bis Jahresende ausgeliefert werden.

Die Besonderheit beim Taycan: Der neue Elektro-Porsche arbeitet mit einer Systemspannung von 800 Volt, anstatt 400 Volt. Dadurch soll der Porsche Taycan Turbo den Spurt auf 100 km/h in 3,2 Sekunden schaffen und zwar mehrmals hintereinander, ohne Leistungsverlust.

Das 800-Volt-System erlaubt es zudem, dass der Elektro-Porsche mit bis zu 270 kW Ladeleistung an speziellen Ionity-Säulen geladen werden kann. Damit ist das Sportgerät in 25 Minuten bereits wieder zu ca. 80 % aufgeladen.

Hohe Taycan-Nachfrage: Porsche stockt Mitarbeiter auf

Aufgrund der anfänglich hohen Nachfrage bleibt Porsche bei seinem Produktionsziel, wonach im ersten Produktionsjahr 20.000 Taycans gebaut werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, will Porsche das Taycan-Team bis Mitte 2020 in Zuffenhausen um 500 auf 2.000 Mitarbeiter aufstocken.

Insgesamt sollen sich bereits mehr als 20.000 Käufer für den Taycan interessieren, was auf eine hohe Nachfrage nach dem Elektro-Porsche hindeutet.

Tesla reagiert und kauft Batterie-Know-how ein

Glaubt man Medienberichten aus Kanada, hat Tesla den Batterie-Spezialisten Hibar Systems aufgekauft. Zumindest gibt Tesla gegenüber kanadischen Behörden Hibar bereits als Tochterunternehmen an.

Hibar Systems gilt als Spezialist im Bereich der Batterie-Fertigung. Dabei geht es insbesondere um die Geschwindigkeit, wie Batterien für Elektroautos gefertigt werden.

Tesla entwickelt seit geraumer Zeit seine eigenen Batterie-Zellen, um die Abhängigkeit vom Lieferanten Panasonic abzumildern. Im Februar hatte sich Tesla in diesem Bereich durch die Übernahme von Maxwell Technologies verstärkt, um u.a. den Kobalt-Gehalt in seinen Akkus zu verringern. Gleichzeitig sollen durch die Maxwell-Technik die Produktionskosten in der Batteriefertigung weiter gesenkt werden.

Fazit: Konkurrenz für Tesla wird intensiver

Der Vorstoß von Porsche mit dem Taycan zeigt: Die Konkurrenz für Tesla wird härter. Porsche hat mit dem Taycan durchaus Chancen Tesla Marktanteile im Luxus-Elektroauto-Markt abzunehmen. Dies gilt vor allem dann, wenn Porsche im nächsten Jahr eine Basisversion des Taycan für 100.000 € auf den Markt bringen wird.

Dennoch sollten Anleger Tesla nicht vorzeitig abschreiben. Tesla wird in diesem Jahr trotz auslaufender Subventionen für Elektroauto-Käufer in den USA seine Verkaufszahlen gegenüber 2018 voraussichtlich um 45 bis 65 % steigern können. Zudem will Tesla im Jahr 2020 mit dem Tesla Roadster 2 nachlegen, der speziell Sportwagen-Fahrer ansprechen soll. Daneben will sich Tesla auf die Optimierung seiner Batterie-Produktion konzentrieren, was die Batterie-Kosten weiter senken dürfte.

Unter dem Strich bleibt die Tesla Aktie weiterhin für spekulativ orientierte Anleger interessant, die vom Elektroauto-Boom profitieren wollen. Die Porsche Aktie eignet sich als Depotbeimischung für Anleger, die weiterhin von der Ingenieurskunst in der deutschen Automobil-Industrie überzeugt sind.

Allerdings müssen Anleger bedenken: Die Automobile-Industrie steht vor dem größten Wandel in ihrer über 100-jährigen Geschichte. Kommt es zu einer tieferen Rezession, werden auch Automobil-Aktien leiden.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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