Top 5 Börsengänge in 2020: Airbnb & Co drängen an die Börse

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Trotz Corona-Krise wollen in diesem Jahr wachstumsstarke Firmen den Sprung an die Börse wagen. Die Top 5 Börsengänge in 2020. (Foto: MaximP / shutterstock.com)

Derzeit kämpfen die Finanzmärkte noch mit der Corona-Krise. Doch für das zweite Halbjahr 2020 rechnen Analyten aus dem Hause Goldman Sachs schon wieder mit einer Rückkehr zu einem Wirtschaftswachstum.

Entsprechend bereiten sich etliche Tech-Firmen auf einen möglichen Börsengang in der zweiten Jahreshälfte 2020 vor. Die Top 5 Börsengänge in 2020:

1. Airbnb, geschätzter Marktwert: 30 Mrd. US-Dollar

Eigentlich wollte Airbnb schon in 2019 bzw. im ersten Halbjahr 2020 an die Börse. Doch die Corona-Krise hat die Pläne des Unterkunft-Vermittlers zunichtegemacht, so Bloomberg.

Gegründet im Jahr 2008 ist Airbnb inzwischen zu einem der führenden Online-Vermittler von Unterkünften aufgestiegen. Wohnungs- und Hausbesitzer können freie Zimmer, Wohnungen und Schlafplätze an Fremde über die Airbnb-Plattform vermieten. Inzwischen sind über 7 Mio. Unterkunftsangebote in mehr als 100.000 Städten auf der Plattform zu finden.

Für die erfolgreiche Vermittlung streicht Airbnb eine Gebühr von 15% ein. Das Geschäft lohnt sich, denn Airbnb soll inzwischen schon mehr als 1 Mrd. US-$ Umsatz pro Quartal erzielen. Zwar war Airbnb in den letzten Jahren (2017, 2018) profitabel, doch die Corona-Krise dürfte tiefe Spuren in der Bilanz von Airbnb hinterlassen haben, glauben Marktbeobachter. Daher wäre es nicht wirklich überraschend, wenn Airbnb erst in 2021 an die Börse kommt.

2. Palantir Technologies, geschätzter Marktwert: 26 Mrd. US-Dollar

Palantir gilt als die geheimnisvollste Daten-Firma der Welt. Das US-Unternehmen wollte schon im Jahr 2019 mit einer höheren Bewertung an die Börse, doch daraus wurde nichts.

Jetzt ist das Jahr 2020 als möglicher Termin für den Börsengang von Palantir im Gespräch. Palantir Technologies wurde bereits in 2003 gegründet und gilt als eine der führenden Daten-Analyseplattformen. Schon in 2019 soll Palantir einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. US-$ mit seinen Kunden (US-Regierung, CIA, Airbus etc.) erzielt haben, nach Einnahmen von rund 600 Mio. US-$ in 2017.

Daten-Analyse wird immer wichtiger für Firmen, zumal auch immer mehr Daten generiert werden. Bis 2025 dürfte das weltweite Datenaufkommen 175 Zettabytes erreichen, so Statistiken. Schon seit geraumer Zeit spricht Palantir mit Investmentbanken wie mit Morgan Stanley, um einen möglichen Börsengang vorzubereiten. Glaubt man der Gerüchteküche, könnte auch der Börsengang von Palantir noch auf 2021 verschoben werden.

3. DoorDash, geschätzter Marktwert: 13 Mrd. US-Dollar

Die in San Francisco ansässige DoorDash wurde bereits im Jahr 2013 von Stanford-Studenten gegründet. Inzwischen gilt DoorDash als Amerikas führender Online-Essenslieferdienst mit einem Marktanteil von 37 %. Allerdings ist der Wettbewerb in der Branche zuletzt intensiver geworden.

Der DoorDash-Rivale GrubHub schreibt zum Beispiel immer noch rote Zahlen und kämpfte zuletzt auch mit einem sinkenden Aktienkurs. Auch bei DoorDash schätzen Analysten die Verluste in 2019 auf 450 Mio. US-$.

Dennoch glauben Großinvestoren an DoorDash. In der letzten Finanzierungsrunde im Herbst 2019 konnte DoorDash 700 Mio. US-$ einsammeln, dabei wurde der Online-Lieferdienst mit 13 Mrd. US-$ bewertet. Ende Februar hat DoorDash bereits Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC für einen Börsengang eingereicht.

4. Robinhood, geschätzter Marktwert: 8 Mrd. US-Dollar

Der amerikanische Fintech-Star Robinhood hat gerade etwa 200 Mio. US-$ an Venture-Kapital eingesammelt, womit das Unternehmen zuletzt mit ca. 8 Mrd. US-$ bewertet wurde.

Robinhood bietet das kostenfreie Handeln von Aktien, Fonds und Optionen auf seiner Plattform an. Über Robinhood Crypto können Kunden seit kurzem auch mehrere Kryptowährungen handeln.

Durch die hohen Marktschwankungen im Zuge der Corona-Krise stieg das Handelsvolumen bei Robinhood zuletzt auf ein Rekordniveau. Auch verzeichnete das Fintech-Unternehmen Rekord-Einzahlungen. Die in Kalifornien/Menlo Park ansässige Robinhood betreute Ende 2019 über seine gleichnamige Mobile Anwendung (App) bereits mehr als 10 Mio. Nutzer.

5. Databricks, geschätzter Marktwert: 6 Mrd. US-Dollar

Auch die Datenanalyse-Plattform Databricks wird in diesem Jahr als möglicher Börsen-Kandidat gehandelt. Hinter der in San Francisco ansässigen Databricks stehen die Entwickler und Erfinder von Apache Spark, die in der Industrie hohes Ansehen genießen.

Apache Spark ist eine Umgebung für Cluster Computing und dient unter anderem dazu, große Datenmengen schnell zu analysieren. Die Databricks-Technik erlaubt es Firmen, ihre Daten zu Analysezwecken aufzubereiten und ihre eigenen Daten für Entscheidungsprozesse heranzuziehen.

Im Herbst 2019 nahm Databricks in einer Finanzierungsrunde weitere 400 Mio. US-$ auf, wodurch das Big Data Unternehmen mit rund 6,2 Mrd. US-$ bewertet wurde. Zu den Investoren gehören Top-Adressen wie Andreessen Horowitz, BlackRock, Tiger Global Management und andere. Databricks-Chef Ali Ghodsi deutete gegenüber dem Branchendienst TechCrunch an, dass man sich auf einen Börsengang vorbereitet.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands