Top Börsengänge in 2019 – Was können Anleger erwarten?

Gleich mehrere hochkarätige Tech-Konzerne planen für 2019 einen Börsengang - das erwartet Anleger im nächsten Jahr. (Foto: MaximP / shutterstock.com)

Anleger können sich freuen: Das Jahr 2019 hält wieder eine ganze Reihe interessanter Börsengänge bereit. Insbesondere im Technologiesektor stehen gleich mehrere Top-Unternehmen in den Startlöchern, die im nächsten Jahr den Sprung aufs Börsenparkett wagen wollen.

Nur zur Erinnerung: Tech-Aktien wie Amazon, Netflix, nVidia und PayPal zählten in den letzten Jahren zu den großen Gewinnern – trotz der jüngsten Marktkorrektur. Das sind die Top-Börsengänge im Jahr 2019, auf die Anleger achten sollten:

1. Uber Technologies, geschätzter Marktwert: ca. 120 Mrd. US-$

Die in San Francisco/USA ansässige Uber versetzt mit seiner mobilen App die Taxi-Branche in Angst und Schrecken. Der Erfolg des Mitfahrdienstes provoziert immer wieder Streit mit lokalen Regulierungsbehörden, dennoch ist der Erfolg von Uber ungebrochen.

Ubers neuer Chef Dara Khosrowshahi kündigte an, dass Unternehmen im zweiten Halbjahr 2019 an die Börse bringen zu wollen. Ein genaues Datum steht noch nicht fest, allerdings soll Uber bereits mit den US-Brokerhäusern Goldman Sachs und Morgan Stanley gesprochen haben. Die beiden Investmentbanken bewerten Uber im Rahmen einer Studie mit 120 Mrd. US-$ – bei der jüngsten Finanzierungsrunde im Spätsommer 2018 wurde Uber noch mit etwa 76 Mrd. US-$ bewertet.

2. Palantir Technologies, geschätzter Marktwert: ca. 41 Mrd. US-$

Das US-Softwarehaus Palantir Technologies gilt als heißer Kandidat für einen Börsengang im Jahr 2019, soll das Unternehmen bereits Kontakt mit den Investmentbanken Morgan Stanley und Credit Suisse aufgenommen haben.

Palantir mit Sitz im kalifornischen Palo Alto hat sich auf die Analyse großer Datenmengen spezialisiert und gilt damit als Big Data Spezialist schlechthin. Laut einem Bloomberg-Bericht haben die Datenanalysen von Palantir unter anderem den US-Behörden dabei geholfen, Osama Bin Laden zu schnappen.

Palantir wurde bei der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2015 mit rund 20 Mrd. US-$ bewertet. Beim Börsengang im Jahr 2019 könnte das Unternehmen mit bis zu 41 Mrd. US-$ bewertet werden, schätzen Wall Street Banker. Der Grund: Palantir konnte seinen Umsatz in den letzten Jahren signifikant steigern und dürfte nach Analystenschätzungen in 2018 rund 750 Mio. US-$ umsetzen.

3. Airbnb, geschätzter Marktwert: 31 Mrd. US-$

Ende Oktober hat der App-Anbieter Airbnb mit Ari Balogh einen Google-Manager abgeworben, der künftig als Technologie-Chef beim Zimmer-Vermittler fungieren soll. Damit will sich Airbnb laut US-Medien für den kommenden Börsengang rüsten.

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Zumindest kündigte Airbnb-Chef Biran Chesky im Mai 2018 an, dass Airbnb im Jahr 2019 für ein Going Public gerüstet sein wird. Allerdings sucht Airbnb immer noch nach einem neuen Finanzchef (Chief Financial Officer), nachdem sich der bisherige CFO Laurence Tosi im Februar verabschiedet hatte. Airbnb muss also noch diese wichtige Personalie besetzen, bevor das Abenteuer Börsengang starten kann.

Glaubt man US-Medienberichten ist Airbnb bereits profitabel. Bei einem Umsatz von 2,6 Mrd. US-$ soll Airbnb in 2017 100 Mio. US-$ verdient haben. Auf Basis der jüngsten Finanzierungsrunden aus dem Jahr 2017 wird Airbnb mit etwa 31 Mrd. US-$ bewertet.

4. Lyft, geschätzter Marktwert: 15 Mrd. US-$

Kein Geheimnis ist, dass auch Uber-Konkurrent Lyft einen Börsengang plant. Lyft ist hinter Uber die Nummer 2 im amerikanischen Markt für Mitfahrdienste. Nach einem Bericht des US-Senders CNBC will Lyft schon Anfang 2019 an die Börse gehen. Hierfür soll Lyft die US-Investmentbank J.P. Morgan Chase angeheuert haben, die den Börsengang begleiten soll. Wall Street Banker taxieren den Wert von Lyft derzeit auf etwa 15 Mrd. US-$.

Glaubt man Brancheninsidern, soll sich der Lyft-Umsatz im ersten Halbjahr 2018 auf 909 Mio. US-$ verdoppelt haben. Doch wie auch Uber, schreibt auch Lyft noch rote Zahlen. Im ersten Halbjahr 2018 vergrößerte sich der Nettoverlust um 46 % auf 373 Mio. US-$, so US-Medien.

5. Instacart, geschätzter Marktwert: 7,6 Mrd. US-$

Nur 6 Monate, nachdem Instacart 350 Mio. US-$ an Venture-Kapital aufgenommen hat, strich der US-Lebensmittellieferant bei einer weiteren Finanzierungsrunde nochmal 600 Mio. US-$ ein. Dabei wurde Instacart mit rund 7,6 Mrd. US-$ bewertet, so das US-Magazin Forbes.

Instacart stellt seinen Lebensmittel-Lieferservice vornehmlich über eine App bereit, die es sowohl für iOS als auch für Android gibt. Kunden können die bestellten Lebensmittel dann sowohl im teilnehmenden Supermarkt abholen oder sich die bestellten Waren gegen Aufpreis nach Hause liefern lassen. Nachdem Amazon den wichtigen Instacart-Partner Whole Foods übernommen hat, will sich Instacart mehr Unabhängigkeit verschaffen – ein Börsengang soll helfen. Laut Instacart-Chef Apoorva Mehta steht ein Initial Public Offering (ICO) auf der Agenda, einen genauen Zeitplan gibt es aber noch nicht.

6. Slack Technologies, geschätzter Marktwert: 7,0 Mrd. US-$

Gespannt blicken Anleger auch auf den geplanten Börsengang von Slack. Schon seit 2017 gibt es immer wieder Gerüchte, wonach Slack ein Going Public anstrebt – in 2019 soll es nun soweit sein.

Nach einem Bericht des Wall Street Journals will der Messaging-Spezialist Slack im ersten Halbjahr 2019 an die Börse gehen. Dabei strebt das Unternehmen, das mit seiner Software die Zusammenarbeit von Teams erleichtert, eine Bewertung von 7 Mrd. US-$ an. Slack-Mitgründer und Firmenchef Stewart Butterfield ließ jedoch im Interview mit dem Fortune-Magazin durchblicken, dass es noch keinen genauen Zeitplan für einen Börsengang gibt.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands