Trailing-Stop erklärt: Ein Beispiel für den Urlaub

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Aktien im Depot und ein Urlaub steht an? Sie wollen Gewinne nicht verpassen? Eine Absicherung aber trotzdem haben? Michael Sturm klärt auf! (Foto: photobyphm / Shutterstock.com)

Der Begriff Trailing-Stop bedeutet nichts anderes als eine Absicherung durch ein dynamisches Stop-Limit, welches bei steigenden Kursen automatisch mit ansteigt. Der Trailing-Stop ist eine Variante der Absicherung des Kurses eines Wertpapiers, bei dem das eingegebene Stop-Loss-Limit automatisch nach vorgegebenen Kriterien mit ansteigt.

Diese Kriterien können Sie in % bzw. in festen Differenzen zum jeweils aktuellen Kurs angeben. Die jeweils nachgezogenen Stop-Kurse werden nur erhöht, niemals aber vermindert. So wird bei einem Kursrückgang auf den erreichten Wert des aktuellen Stops sofort der Verkauf ausgelöst. Bei Shortpositionen gilt selbstredend der Umkehrschluss.

Trailing-Stop erklärt: Wofür man ihn benötigt

Wenn Sie als Anleger Inhaber eines Wertpapieres sind und der Kurs dieses Wertpapiers angestiegen ist, dann möchten Sie eventuell Ihr anfangs gesetztes Stop-Limit anheben, um sich gewisse höhere Kurse zu sichern.

Wenn Sie dies nicht andauernd durch Löschen des alten Stops und Setzen eines neuen höheren Stops selbst durchführen wollen, dann können Sie dazu ein automatisch ablaufendes System, genannt Trailing-Stop verwenden.

Sie geben dann beispielsweise an, dass Sie nie mehr als 15% verlieren möchten. Demnach wird bei einem Kursanstieg die Grenze des Stop-Limits automatisch höher gezogen. Und zwar so lange, bis der Kurs des Wertpapiers irgendwann einmal um 15% gefallen ist und so das Erreichen des Stops den Verkauf auslöst.

Beispiel für einen Trailing-Stop

Sie haben die SAP-Aktie für einen Kaufkurs von 43,50 € pro Aktie erworben. Sie möchten nun nie mehr als 3,00 Euro pro Aktie verlieren. Demnach setzen Sie ein Trailing-Stop bei 43,50 € minus 3,00 €. Dieses ist nun am Anfang aktiv bei 40,50 €.

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Steigt nun die Aktie beispielsweise auf 47,00 €, dann wird dieses Trailing-Stop automatisch hochgezogen und erst bei 44,00 € greifen. Steigt sie weiter auf 53,00 €, dann wird erst bei 50,00 € der Stop ausgelöst.

Sie können auf diese Weise immer weiter auf der Haussewelle surfen. Bedingung ist allerdings, dass der Aktienkurs niemals 3,00 € vom erreichten Hochpunkt verliert. Dann nämlich wird der Stop ausgelöst und die Aktien verkauft.

Ein Trailing-Stop wird also in der Regel dann eingesetzt, wenn bereits Gewinne angefallen sind, Sie jedoch weiter positiv für die Aktie gestimmt sind. Sie sichern sich demnach Ihre Gewinne ab, die durchaus weiterlaufen können.

Trailing-Stops helfen im Urlaub

Setzen Sie bei Aktien ein Trailing-Stop, bevor Sie in Urlaub fahren. Auf diese Weise verpassen Sie keinen Gewinnanstieg, sind aber dynamisch abgesichert und können in Ruhe Ihre Urlaubstage verbringen.

Wichtig ist immer der „richtige“ Abstand eines Trailing Stops zum aktuellen Kurs und die Spanne. Ist diese zu eng gesetzt, wird es schnell, vielleicht zu schnell zu einem Verkauf kommen. Beobachten Sie daher vorher die regelmäßigen Kursbewegungen Ihrer Aktie. Einen Verlust von 2 – 5 Prozent sollten Sie immer einkalkulieren.  Bei Optionsscheinen natürlich deutlich mehr.


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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