Trend zu Software-basierter Bauplanung: Diese Unternehmen profitieren

Mithilfe von Building Information Modeling (BIM) kann die Gebäudeplanung optimiert werden. Software-Anbieter erwarten große Nachfrage. (Foto: Have a nice day / shutterstock.com)

Heutzutage wird kaum noch ein Eigenheim oder sonstiges Gebäude am Reißbrett gezeichnet. Die Bauplanung wird schon seit einigen Jahrzehnten fast ausschließlich am Computer mithilfe von CAD-Systemen  (Rechner-basiertes Konstruieren) ausgeführt. Neuerdings hält das sogenannte Building Information Modeling (BIM) Einzug in die Planungsbüros von Architekten, Ingenieuren und Haustechnikern.

Per Definition ist BIM ein Verfahren der optimierten Planung, Umsetzung und des laufenden Betriebs von Gebäuden durch eine spezielle Computer-Software. Viele Unternehmen aus verschiedenen Bereichen erzielen mithilfe der Prozesse von BIM eine größere Produktivität. Darüber hinaus werden mit dieser Methode mehr Aufträge gewonnen, weitere kreative Arbeitskräfte angezogen und eine höhere Arbeitsqualität erreicht.

BIM – Erleichterung bei der Gebäudeplanung

Building Information Modeling oder zu Deutsch die Gebäudedatenmodellierung gestattet es den Planern, sämtliche Vorgänge rund um den Lebenszyklus eines Gebäudes miteinander in Verbindung zu bringen. Bei BIM basieren alle Darstellungen (meist in 3D) auf einheitlichen Informationen. Die beteiligten Bauingenieure, Bauherren und Bauunternehmer können gleichzeitig auf den Entwurf zugreifen.

BIM erlaubt es, den richtigen Personen aller am Projekt beteiligten Unternehmen zur richtigen Zeit mit den richtigen Informationen notwendige Änderungen an der Planung vorzunehmen. Dadurch sorgt der Modell-basierende Ansatz mit BIM für eine höhere Effizienz und zeigt seine Vorteile durch die koordinierten Abwicklung im Projekt-Alltag.

Diese Unternehmen profitieren von der hohen BIM-Nachfrage

Da die Vorteile der neuen Methode von vielen Architekten und Ingenieuren erkannt worden sind, profitieren eine ganze Reihe von Software-Anbietern von der derzeit großen Nachfrage nach BIM. Auch, weil viele Software-Hersteller Lösungen in den Handel gebracht haben, die BIM in die jeweiligen CAD-Systeme integriert haben. Zu diesen Anbieter gehören zum Beispiel:

Nemetschek wächst weiter und erhöht Gewinn-Prognosezuerst die Umsatzerwartung erhöht, jetzt die Gewinnprognose: Der Softwarehersteller Nemetschek erwartet für das laufende Jahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 65 bis 67 Mio. Euro.  › mehr lesen

Autodesc: Autodesc ist ein US-amerikanisches Unternehmen der Software-Branche, das für sich in Anspruch nehmen kann, den Begriff BIM geprägt zu haben. Autodesc weist eine Marktkapitalisierung von 18,41 Mrd. € auf. Nach Angaben des Managements wird für 2019 der Turnaround erwartet.

Nemetschek: Nemetschek ist eine im deutschen TecDAX notierte Gesellschaft mit einer Marktkapitalisierung von 1,95 Mrd. €. Nemetschek ist einer der führenden Anbieter Europas im Bereich von Software für Bau und Architektur. Die Produkte der Gesellschaft werden in 142 Ländern von mehr als 1,8 Millionen Kunden verwendet. Das Unternehmen konzentriert sich bei seinem Expansionskurs auf Asien und Amerika.

RIB Software: RIB Software ist ebenfalls im TecDAX gelistet. Dabei weist die Gesellschaft eine Marktkapitalisierung von 598 Mio. € auf. Die Lösungen von RIB Software sind unter anderem zur Tagwerkplanung, für die Erstellung von Preisdatenbanken, zum Büro- und Projektmanagement und zur Mengenermittlung im Einsatz.

BIM (Building Information Modeling) revolutioniert aktuell die Planung von Gebäuden über den gesamten Lebenszyklus der Objekte hinweg. Für Anleger von Bedeutung: Verschiedene Software-Anbieter profitieren von der neuen Methode, die in Verbindung mit 3D-CAD-Systemen Anwendung findet.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.