Trotz Schwankungen: Diese neue Aktie ist einen Blick wert

Die Aufspaltung der Metro in einen Lebensmittel- und Elektronik-Konzern wurde gefeiert. Ist die Ceconomy-Aktie interessant für Anleger? (Foto: M DOGAN / shutterstock.com)

Im Sommer 2017 war es soweit: Der einstmals größte deutsche Handelsriese Metro hat sich von seiner Elektroniksparte mit den Marken MediaMarkt und Saturn getrennt. Die neu entstandene Gesellschaft ging unter dem Namen Ceconomy an die Börse und notiert seither im deutschen MDAX.

Seit der Ausgliederung befindet sich der Kurs des Titels allerdings auf einer Achterbahnfahrt. Ceconomy weist derzeit eine Marktkapitalisierung von 3,55 Mrd. € aus. Teil der neuen Holding ist Europas größter Elektronikhändler MediaSaturn. Bislang erwirtschaftet die Gesellschaft einen Jahresumsatz von rund 22 Mrd. € mit etwa 65.000 Mitarbeitern.

Ceconomy Aktie: Mit Vorschusslorbeeren gestartet

Mit einiger Euphorie hatte der Chef des Metro-Konzerns, Olaf Koch, die Aufspaltung im Sommer begleitet: „Ein historischer Tag – für unsere Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden.“ Sowohl die neue Metro als auch Ceconomy versprechen sich einen höheren Börsenwert, da Mischkonzerne wie die bisherige Metro normalerweise an der Börse ungünstiger bewertet werden als eindeutig fokussierte Gesellschaften.

Durch die Aufspaltung erhofft man sich, dass sich die beiden Teile des Konzerns getrennt voneinander besser entwickeln können. Laut Unternehmensführung der Metro sind die weiteren Gründe für die strategische Aufteilung die in der Zeit vor der Trennung kaum in nennenswerter Weise zu Tage getretenen Synergien zwischen dem Elektronik- und dem Lebensmittelgeschäft.

Nach den Erwartungen des Ceconomy-Managements stellt sich die Zukunft des Unternehmens durchaus positiv dar. Während für das Geschäftsjahr 2017 ein Gewinn pro Aktie von 0,55 € und eine Dividende von 0,28 € (entspricht einer Dividendenrendite von 2,50 %) erwartet werden, geht die Unternehmensführung für das Jahr 2021 von einem Ergebnis pro Aktie von 1,02 € und einer Dividendenrendite von 4,66 % aus.

Perspektiven von Ceconomy und Metro

Sowohl Ceconomy als auch die neue Metro meldeten in der ersten Zeit nach der Aufspaltung des Konzerns gute Geschäfte. Während die Lebensmittelsparte von einem Zukauf und Währungseffekten profitierte, freut sich der Elektronik-Sektor über einen Aufschwung im Bereich Online. Zumindest in diesem Jahr profitieren beide Gesellschaften von dem anziehenden Konsum bei den deutschen Verbrauchern.

Nach Ceconomy-Chef Pieter Haas habe sich das 3. Quartal als insgesamt positiv dargestellt. Die Kombination der Online-Geschäfte mit dem stationären Handel der Saturn- und MediaMarkt-Filialen habe sich bewährt. Darüber hinaus eröffne der Anteilskauf von 24 % an der französischen Elektronikkette Fnac Darty den wichtigen Markt im Nachbarland.

Während sich also die Ceconomy-Aktie seit der Aufspaltung recht erfreulich entwickelt, hinkt die neue Metro-Aktie der Performance ihres „Ablegers“ hinterher. Wie Metro-Chef Koch erklärte, sei er von der Schwankungsanfälligkeit des Titels nicht überrascht. Die Gesellschaft müsse zunächst einmal Quartal für Quartal nachweisen, dass die Wachstumsziele realistisch seien.

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.