Trump droht Automobilindustrie mit Strafzöllen – Folgen für BMW & Co.

Donald Trump droht der Automobilindustrie, diese fürchtet um den freien Welthandel. Was sind die Folgen für BMW, VW, Daimler & Co? (Foto: Roman Vyshnikov / Shutterstock.com)

Schon vor seinem offiziellen Amtsantritt sorgte US-Präsident Donald Trump für Schlagzeilen – zum Leidwesen von Automobilaktien-Anlegern. Um Jobs zurück in die USA zu holen, attackiert Donald Trump die Automobilindustrie und droht BMW & Co mit Strafzöllen.

Die Ankündigung sorgt bei BMW, Daimler, VW und anderen großen Autobauern für Verunsicherung, droht den Herstellern möglicherweise künftig ein Strafzoll von 35 % für jedes Auto, das vom Ausland in die USA importiert wird.

Donald Trump droht Automobilindustrie mit Strafzöllen – wie die Hersteller reagieren

Bei BMW gibt man sich bislang noch gelassen, schließlich betreibt der bayerische Autobauer ein großes Werk im amerikanischen Spartanburg. Hier sind etwa 70.000 BMW-Mitarbeiter beschäftigt, wobei jährlich etwa 450.000 Geländewagen vom Band rollen. Rund 70 % dieser Fahrzeuge gehen in den Export.

BMW hält an neuer Fabrik in Mexiko fest

Doch Mitte 2016 hatte BMW damit begonnen, ein neues Werk im mexikanischen San Luis Potosi zu bauen. In dieser Fabrik sollen ab 2019 BMW 3er vom Band laufen, wobei die Produktion nach und nach auf 150.000 Autos pro Jahr erhöht werden soll, so BMW-Chef Harald Krüger.

Von Trumps Drohungen will sich BMW nicht einschüchtern lassen, vielmehr hält BMW-Chef Krüger am Bau der neuen Fabrik in Mexiko fest. Die Investitionen umfassen rund 1 Mrd. US-$, wodurch 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen sollen.

Ford zieht Mexiko-Pläne zurück

Anders reagiert der US-Autobauer Ford. Dieser hatte seine Investitionspläne in Höhe von 1,6 Mrd. US-$ in Mexiko ad acta gelegt, nachdem Trump den US-Autohersteller mehrmals kritisiert hatte. Stattdessen will Ford nun 700 Mio. US-$ in sein Werk in den USA (Flat Rock/Michigan) investieren, um dort künftig Elektroautos und selbstfahrende Autos zu produzieren.

Daimler will an seiner Strategie festhalten

Auch Daimler hat gemeinsam mit Renault-Nissan im mexikanischen Aguascalientes ein neues Werk errichtet, allerdings beschäftigte Daimler auch rund 20.000 Mitarbeiter in den USA, die Autos und LKWs produzieren.

An der mexikanischen Fabrik in Aguascalientes will Daimler-Chef Dieter Zetsche trotz Trumps Drohungen festhalten, ein Strategiewechsel ist vorerst nicht geplant, heißt es aus der Stuttgarter Zentrale.

Mögliche Strafzölle in den USA – welche Hersteller es trifft

Sollte Trump tatsächlich Strafzölle auf Importautos einführen, wären deutsche Hersteller unterschiedlich stark betroffen. Am stärksten hätte wohl die VW-Tochter Audi unter den Strafzöllen zu leiden, produzieren die Ingolstädter sämtliche Autos für den US-Markt im Ausland.

Der Audi-Mutterkonzern Volkswagen betreibt zwar mehrere Fabriken in den USA, doch wären Strafzölle auch ein schwerer Schlag für den Wolfsburger Autokonzern. Denn VW produziert in den USA deutlich weniger Autos als das Unternehmen im US-Markt verkauft – konkret summierte sich diese Differenz zuletzt auf etwa 3,3 Millionen Autos.

Zum Vergleich: BMW verkauft in etwa so viele Autos in Amerika wie der deutsche Autohersteller auch in den USA produziert. Auch bei Daimler ist der Absatzüberschuss nicht allzu groß (17 %), was die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Vergleich zu den produzierten Autos in den USA betrifft.

Daneben wären andere Hersteller wie Volvo, Mazda, Jaguar/Land Rover von den Strafzöllen vermutlich stärker betroffen, unterhalten diese Hersteller überhaupt keine Produktionsfabriken in den USA.

Kann Donald Trump Strafzölle gegen die Automobilindustrie durchsetzen?

Während Trump bei höheren Steuern die Zustimmung des Kongresses benötigt, kann der US-Präsident theoretisch Strafzölle ohne die Zustimmung des US-Kongresses einführen. Dem stehen allerdings bestehende Freihandelsabkommen im Weg, an die sich auch die USA halten müssen, schließlich sind die Vereinigten Staaten Mitglied der Welthandelsorganisation WTO.

Anleger sollten wissen, dass WTO-Mitglieder nicht im Alleingang den Marktzutritt für bestimmte Länder oder Hersteller drastisch einschränken können. Aus diesem Grunde hält sich die Gefahr für die deutsche Automobilindustrie durch Donald Trump trotz der Drohungen noch in Grenzen.

Sollte es dennoch zu einem Handelskrieg zwischen den USA und Europa kommen, müssen sich Anleger auf kräftigen Gegenwind einstellen. Denn natürlich wären auch die deutschen Autobauer wie BMW, VW und Daimler von einem solchen Handelskrieg betroffen, denn die USA sind nach wie vor mit über 17,5 Millionen verkauften Neuwagen ein wichtiger Markt für die deutschen Autohersteller.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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