Trump-Power: Was die Welt tatsächlich braucht

Ein neuer Kampf steht an: Protektionismus gegen Globalisierung. US-Präsident Donald Trump setzt auf „America first“, auf Abschottung mit Handels-Hemmnissen für […]

Ein neuer Kampf steht an: Protektionismus gegen Globalisierung.

US-Präsident Donald Trump setzt auf „America first“, auf Abschottung mit Handels-Hemmnissen für ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt, um diesen zu schützen.

Beispielsweise soll dies geschehen mit (höheren) Zöllen, Einfuhr-Kontingenten (Import-Quoten) und Export-Subventionen.

Der Kampf gegen die Globalisierung

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass Trump u. a. hiermit auch die Eliten-Politik der EU – und damit auch Deutschlands – vor sich hertreibt.

Denn die Maxime der Globalisierung steht auf dem Spiel.

Tatsächlich aber kippt die Stimmung bei den Top-Managern in Europa: Vielen ist der unbändige Glaube an den freien Kapitalismus abhanden gekommen.

Die Zweifel an der glücksverheißenen Globalisierung werden von Tag zu Tag größer.

Die globale Zäsur

Denn längst schon gibt es wenige Gewinner und viele Verlierer.

Und die richtige Balance zwischen freiem und offenem, also globalem, Handel und zunehmender nationaler Abschottung zu finden, wird immer schwerer.

Die Kapital-Verteilung wird immer ungerechter. Hinzu kommen der globale Steuer-Wettbewerb und die Ressourcen-Knappheit.

Deshalb fragen viele Beobachter zu Recht: Kommt nun die globale Zäsur?

Gute Umfrage-Ergebnisse für Länder, die sich abschotten

Schlecht wird es den Globalisten bei den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft PwC von 2017:

Demnach führen bei den befragten Vorständen und Geschäftsführern jene Länder das Ranking an, die sich stärker abschotten.

Angeführt wird es von den Vereinigten Staaten, die ihren Vorsprung sogar noch ausgebaut haben.

43% der Befragten erwarten sich von den USA die größten Wachstums-Impulse – trotz und vielleicht gerade wegen Trumps Politik. Deutschland erhält dabei nur 17%.

Trotz BrExit bleiben die Briten vorne

Auch Großbritannien, das mit seinem BrExit für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt hat, kommt gut weg:

Es gewinnt in seinem Ansehen 8% (von 7 auf 15%) gegenüber der entsprechenden Umfrage von 2011 – ein Erfolg für die Anti-Globalisierungs-Bewegung.

Dramatische Stimmung bei den deutschen Top-Managern

Deutsche Vorstände hingegen sind eher skeptisch, was die Zukunft für sie bringt:

Nur knapp 1/3 (31%) ist zuversichtlich 2017 für das eigene Unternehmen Wachstum erzielen zu können – das sind 7 Punkte weniger als der globale Durchschnitt.

Fast jeder 4. äußert sich zudem wenig oder überhaupt nicht zuversichtlich.

Und wenn Sie den 3-Jahres-Ausblick anschauen, wird es noch dramatischer: Nur 27% der deutschen Top-Manager glauben daran, dass das eigene Unternehmen in den nächsten 3 Jahren wächst.

Das sind sage und schreibe 18% weniger als 2016 und 24% weniger als im globalen Durchschnitt.

Ist das nicht bereits ein Zeichen dafür, dass Trumps Abschottungs-Kurs erfolgreicher eingeschätzt wird als die Globalisierung?

Was die Welt tatsächlich braucht

Vielleicht wendet sich Trump auch gegen die Globalisierung, weil er weiß, was die Welt wirklich braucht: eine gerechtere Einkommens- und Vermögens-Verteilung – kurzum: Wohlstand für alle.

Was sich zunächst vielleicht paradox anhört, weil der US-Präsident doch selbst Milliardär ist, wird jedoch logisch, wenn Sie eines bedenken:

Trump ist ein Geschäftsmann – durch und durch.

Er weiß: Um höhere Wachstumsraten, also Wirtschafts-Wachstum, zu erzielen, müssen die Kosten/Schulden deutlich gesenkt werden.

Und wenn Sie dahingehend nach Europa blicken, dann packt Sie das kalte Grauen…

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.