Uber Aktie im Aufwind: Sprung in die Gewinnzone?

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Uber stellt Gewinne in Aussicht, die Börse jubelt. Lohnt sich jetzt noch ein Einstieg in die Uber-Aktie? (Foto: MikeDotta / shutterstock.com)

In 2020 hat die Uber-Aktie bereits um 30 % zugelegt. Dies überrascht, war der Uber-Aktienkurs unmittelbar nach dem Börsengang im Frühjahr 2019 kräftig unter die Räder gekommen. Nun scheint sich beim Mitfahrdienst Uber aber eine Trendwende abzuzeichnen. Das Management hat Maßnahmen ergriffen, um den defizitären Tech-Konzern aus San Francisco in die Gewinnzone zu führen.

Uber kündigt Sprung in die Gewinnzone an

Ursächlich für den jüngsten Kursanstieg bei der Uber Aktie war u.a. der positive Ausblick für das laufende Gesamtjahr. Uber hatte im jüngsten Quartal nicht nur weniger Geld verloren als erwartet (64 Cent je Aktie, statt 68 US-Cent), sondern auch einen Gewinn in diesem Jahr in Aussicht gestellt.

Ursprünglich wollte Uber erst in 2021 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ausweisen – dieses Ziel soll nun schon im 4. Quartal 2020 erreicht werden. Um die Gewinnzone zu erreichen, will Uber-Chef Dara Khosrowshahi 50 Cent von jedem Dollar Umsatzwachstum in die Optimierung des Geschäfts investieren.

Ebenfalls positiv: Das reine Kerngeschäft mit der Uber App ist bereits profitabel. Im jüngsten Quartal spülte die Mobile App von Uber ein EBITDA von 742 Mio. US-$ in die Kassen.

Uber verabschiedet sich vom Essensliefergeschäft

Wie ernst es Uber damit ist, die Gewinnzone zu erreichen, hat das Unternehmen in den letzten Monaten bewiesen. Nach und nach verabschiedet sich Uber vom defizitären Essensliefergeschäft rund um Uber Eats.

So hat Uber seine indische Uber Eats Sparte zuletzt an den indischen Rivalen Zomato für einen dreistelligen Millionenbetrag verkauft. Durch den Deal erhält Uber einen knapp 10%igen Anteil an dem indischen Start-up. Zomato wurde zuletzt mit 2,2 Mrd. US-$ am Kapitalmarkt bewertet.

Schon zuvor hatte sich Uber vom Essensliefergeschäft in China, Südkorea und in Südostasien getrennt. Neben Eats verkaufte Uber auch seinen Mitfahrdienst in 8 Ländern Südostasiens an den Rivalen Grab. Im Gegenzug erhielt Uber dafür einen 27,5-prozentigen Anteil an Grab, dem führenden Mitfahrservice in Südostasien.

Die Strategie ist klar: In jenen Märkten, in denen Uber keine Chance mehr auf die Marktführerschaft hat, trennt sich der Mitfahrdienst von seinen Operationen und versucht diese in Beteiligungen an Marktführer einzutauschen. Dadurch schlägt Uber zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen reduziert der Mitfahrdienst so seine Verluste, zum anderen ist Uber am Geschäftserfolg seiner Rivalen weiterhin beteiligt.

Fazit: Uber ist mehr als eine Taxi-App

Der schrittweise Rückzug aus dem stark defizitären Essensliefergeschäft stärkt Uber. Trotz des Rückzugs sollten Anleger aber wissen, dass Uber mehr ist als nur eine Taxi App. Denn mit der Sparte Uber Freight ist das Unternehmen noch im Logistik-Markt präsent und vermittelt Unternehmen an Spediteure.

Die Sparte verzeichnete im 4. Quartal 2019 einen Umsatzsprung um 47 % gegenüber dem Vorjahr auf 219 Mio. US-$. Zwar ist auch Uber Freight noch defizitär, doch das Geschäft könnte in den nächsten Jahren stark wachsen, glauben zumindest die Analysten aus dem Hause UBS. Die UBS-Experten sehen ein Umsatzvolumen von 6 Mrd. US-$ pro Jahr für Uber Freight in der nahen Zukunft.

Unter dem Strich schickt sich Uber an, bis Jahresende die Gewinnzone zu erreichen. Damit könnte Uber dann nicht nur für spekulativ orientierte Anleger, sondern auch für konservative Anleger interessant werden. Analysten sehen in Uber einen künftigen Branchenriesen, schon in 2021 könnte das Unternehmen die Umsatzmarke von 20 Mrd. US-$ überschreiten.

Zwar ist Uber noch nicht profitabel, dass könnte sich aber in den nächsten Jahren ändern. Das gilt insbesondere dann, wenn Uber seine Fahrer durch autonom fahrende Autos eines Tages ersetzen kann.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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