Uber Aktie: Warum Uber immer noch Geld verliert

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Die Uber Aktie hat zwar den Sprung aufs Börsenparkett geschafft, doch Investoren bleiben vorsichtig. Die Gründe. (Foto: MikeDotta / shutterstock.com)

Die Aktien des Mitfahrdienstes Uber Technologies sind verhalten an der New Yorker Börse gestartet und notieren weiterhin knapp unter dem Ausgabepreis bei 45 US-$. Die Euphorie im Zuge des Börsengangs ist verblasst und viele Investoren fragen sich, wo die faire Bewertung von Uber liegen könnte.

Der Grund: Uber schreibt nach wie vor tiefrote Zahlen, gleichzeitig liegt der Börsenwert des Mitfahrdienstes bei über 70 Mrd. US-$. Analysten an der Wall Street verweisen auf den langen Weg, den Uber noch zu gehen hat, bevor Anleger auf Gewinne hoffen können.

Das Unternehmen Uber – noch stark defizitär

Anleger müssen wissen, dass Uber noch stark defizitär ist. Allein im Vorjahr entstand ein operativer Verlust von 3 Mrd. US-$. Im 1. Quartal 2019 summierte sich das Minus auf 1 Mrd. Dollar, bei Umsatzerlösen von 3,1 Mrd. US-$.

Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Zwar soll sich der Nettoverlust von über 6 US-$ je Aktie in diesem Jahr auf rund 3,3 Dollar je Anteil im nächsten Jahr nahezu halbieren, dennoch müssen Anleger in den nächsten Jahren weiterhin mit roten Zahlen rechnen.

Uber Aktie: Warum Uber immer noch Geld verliert

Uber investiert sehr viel Geld in sein Wachstum. Grund sind die enormen Wachstumsmöglichkeiten. Allein in den USA geben Menschen 1,2 Billionen US-$ pro Jahr für Personentransport aus.

Bei Uber steht daher das Transport-as-a-Service (TaS) Geschäftsmodell Mittelpunkt, also der Personentransport als Dienstleistung. Die Idee dahinter ist, dass insbesondere Menschen in der Großstadt eines Tages auf den Besitz eines eigenen Autos verzichten und stattdessen vollends auf die Dienstleistungen von Uber setzen.

Kurz zur Erinnerung: Uber bietet eine mobile Anwendung (Mobile App) bzw. Webseite an, über die Verbraucher eine Fahrt mit einem Uber-Fahrzeug buchen können. Uber selbst betreibt keine eigene Fahrzeugflotte, sondern arbeitet mit einem Heer von über 3 Mio. Uber-Fahrern weltweit zusammen. Diese Fahrer muss Uber bezahlen. Durch die zunehmende Konkurrenz mit Lyft hat Uber zuletzt die Vergütung für seine Fahrer erhöht – die Kosten steigen.

Jedes Land pocht auf seine eigenen Vorschriften, wenn es um Mitfahrdienste wie Uber geht. Die Markteintritts- und Versicherungskosten (Regulierung) belasten die Ertragsseite von Uber. Allein die Versicherungskosten erhöhten sich bei Uber zuletzt auf 1,3 Mrd. US-$. Hinzu kommen Zahlungsabwicklungskosten, wenn der Fahrgast z.B. mit einer Kreditkarte zahlt. Daneben fließen Millionen von US-$ in das Marketing, um neue Uber-Fahrer und Kunden zu gewinnen.

Das Potenzial von Uber

Über 80 % der Einnahmen (11,3 Mrd. US-$ in 2018) erzielt Uber über sein Geschäft mit der Vermittlung von Mitfahrservices. Ein weiterer wichtiger Umsatzträger ist die Sparte Uber Eats. Das Geschäft mit Essenslieferungen steuert aktuell über 12 % zu den Gesamteinnahmen bei. Zudem versucht Uber sein Geschäft mit Uber Freight weiter zu diversifizieren. Uber Freight vermittelt Transportladungen jeglicher Größe an Speditionen und hilft dadurch die Auslastung der LKWs zu verbessern und damit auch die Umweltbelastung zu senken.

Dieses Geschäft könnte in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen, denn derzeit fahren viele LKWs noch unbeladen oder nicht richtig ausgelastet über die Straßen. Analysten glauben, dass Uber durch den Siegeszug autonomer Autos profitabel werden könnte. Dies würde Uber erlauben, denn Kostenfaktor Fahrer langfristig zu eliminieren.

Fazit: Uber-Anleger brauchen einen langen Atem

Analysten schätzen, dass Uber mindestens noch 5 Jahre benötigen wird, um überhaupt in die Gewinnzone zu kommen. Wann und ob der Sprung in die Profitabilität gelingt, hängt von vielen Faktoren ab – ein Risiko für Anleger.

So hängt viel davon ab, ob Uber mit den technischen Entwicklungen im Bereich Autonomes Fahren mithalten und die Technik eines Tages in der Praxis einführen kann. Dies würde die Gewinnaussichten von Uber signifikant verbessern, da so ein großer Kostenfaktor (Fahrer) wegfällt.

Unter dem Strich muss Uber erst noch beweisen, wie das Unternehmen langfristig Geld verdienen will. Damit ist die Uber-Aktie vorerst nur für spekulativ orientierte Anleger interessant, die an das Geschäftsmodell von Uber glauben.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands