Biotech-Branche: Übernahme-Welle wird noch lange weitergehen

Die Biotech-Branche bleibt für Übernahme-Spekulanten heiß.

Obwohl in den vergangenen Jahren bereits mehrere Dutzend Milliarden-Deals eingefädelt wurden, will die Übernahme-Welle nicht abebben.

Im Gegenteil: Viele Branchen-Beobachter gehen davon aus, dass die Übernahme-Aktivität auch noch länger hoch bleiben wird.

Etliche Branchen-Größen verfügen noch über eine volle Kriegskasse.

Der Druck auf Konzerne wie Gilead Sciences, die bislang darauf spekulierten, dass die Preise wieder zurückkommen und sich deswegen mit Übernahmen zurückhielten, ist enorm.

Gleichzeitig ist die Zahl attraktiver Ziele merklich zurückgegangen. Dies sorgt für scharfes Konkurrenz-Denken.

Und da mit Trump als künftigem US-Präsidenten die Gefahr einer umfassenden Medikamenten-Preisregulierung geringer wird, dürften auch die Übernahme-Preise hoch bleiben.

Gewinne von über 1.000% keine Seltenheit

Für Übernahme-Spekulanten und Biotech-Investoren ist das aktuelle Umfeld ein idealer Nährboden für weitere Gewinne. Wer schon vorher auf diese Kombination setzte, dürfte sehr erfolgreich gewesen sein.

Aus mehreren US-Biotech-Kandidaten wurden dank einer Übernahme-Offerte 1.000%-Gewinne. Dabei waren es nicht einmal nur die kleinen Unbekannten, die solche Gewinne hervor brachten.

Bei Misserfolg drohen hohe Verluste

Sicher, die Beurteilung von Biotech-Unternehmen ist extrem schwierig.

Für Laien ist es quasi unmöglich zu beurteilen, wie viel eine Forschungs-Pipeline wert ist. Wenn Sie sich auf Unternehmens-Angaben verlassen, dann sind Sie oft verlassen.

Das liest sich super, doch nicht selten kommt es dann plötzlich anders als es der Konzern erwartete.

Selbst für Profis ist es schwierig, die Chance eines Wirkstoffträgers auf eine spätere Markteinführung abzuschätzen.

Schlägt die Forschung fehl, geht es mit dem Kurs Richtung Süden. Besonders bei kleineren Biotech-Unternehmen ist das äußerst gefährlich.

Denn wenn die Pipeline aus wenigen Hoffnungsträgern besteht, ist ein Misserfolg in der Forschung unter Umständen sogar existenzbedrohend.

Möglichkeiten, wie Sie vom Biotech- und Übernahme-Geschäft mitprofitieren können

Wenn Sie nicht das Risiko einer Einzel-Investition bei einem Biotech-Unternehmen eingehen möchten, bieten sich verschiedene Alternativen an.

Die gängigste Lösung wäre der Kauf eines aktiv gemanagten Biotech-Fonds.

Hierbei überlassen Sie Profis die Auswahl der aussichtsreichsten Biotech-Unternehmen und reduzieren dann dank der Risiko-Streuung auch Ihr Verlust-Risiko.

Achten Sie dann allerdings bei der Auswahl des Fonds auf die Gebühren und die Fondsgröße!

Wenn Sie es noch einfacher und günstiger haben und einfach nur von der Biotech-Branche als Ganzes profitieren möchten, bietet sich ein Zertifikat auf den Nasdaq Biotech-Index an.

Aktien-Liebhaber können sich die BB Biotech-Aktie näher anschauen, die in etwa einem ausschüttenden Fonds gleichkommt.

Selbst für Anleihen-Investoren gibt es vereinzelt Möglichkeiten: Wandelanleihen sind unter Biotech-Profis äußerst beliebt.

Wenn sich ein Wirkstoffträger als Niete enpuppt (und nicht der einzige Hoffnungsträger des Konzerns war), gerät die Anleihe deutlich weniger stark unter Druck als z. B. die Aktie.

Kommt es zu einer Übernahme, sind Sie dagegen voll dabei und kassieren einen satten Aufschlag. Einzige Manko: Die Stückelung fängt häufig erst bei 100.000 € an.

29. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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