Übernahmewelle in Deutschland: Monopoly für Arbeitnehmer

Ausländische Investoren fallen wie Heuschrecken über deutsche Firmen her.

So übernahmen 2016 Käufer aus China, den USA und Europa 873 deutsche Firmen. Das ist Rekord.

Insbesondere die Chinesen taten sich dabei hervor:

Sie verdreifachten ihre Investitionen, sind jetzt an rund 300 deutschen Firmen beteiligt oder kauften sie gleich ganz auf.

Monopoly für Arbeitnehmer

Dabei stehen deutsche Arbeitsplätze auf dem Spiel – und damit die Zukunft tausender Beschäftigter und ihrer Familien.

Denn fest steht jedenfalls: Wenn deutsche Standorte ins Ausland verlagert werden, hat dies i. d. R. einen Stellen-Abbau hierzulande zur Folge.

Aus diesem Grund spricht so mancher Experte bereits von einem Monopoly auf Kosten der Arbeitnehmer und einem unverantwortlichen Machtpoker.

Sie wissen jetzt außerdem, dass auch Private-Equity-Gesellschaften beim Aufkauf kräftig mitmischen; sie übernehmen Firmen und veräußern sie mit Gewinn weiter.

Im Jahr 2016 entfielen fast 1/3 aller Käufe auf solche Finanz-Investoren, denen dafür 1,5 Bio. US-Dollar zur Verfügung stehen.

Gefahr für deutsches Know-how

Doch bedenken Sie:

Ausländische Firmen und Investoren ziehen hierzulande nicht nur Führungskräfte in ihre Heimatländer ab, sondern übernehmen gleich ganze Konzerne.

Während die einen die Folgen als höchst beunruhigend sehen, ist es für die anderen lediglich Ausdruck von Global Playing.

Doch dadurch können deutsche Unternehmen ihren Wissens-Vorsprung; ihr Know-how verlieren.

Der Verlust deutschen Fachwissens könnte fatale Folgen für uns haben.

Denn warum sollen beispielsweise Chinesen noch deutsche Qualitäts-Produkte importieren, wenn sie diese selbst herstellen könnten?!

Strategie des Firmen-Ausverkaufs

Ausländische Firmen und Investoren verfolgen Fusionen und Übernahmen in Deutschland und von hiesigen Unternehmen als Strategie.

Dabei begnügen sie sich längst nicht mehr damit, deutsche Spitzenkräfte in ihre Länder zu holen, sondern haben noch ganz andere Ziele:

die Kontrolle über deutsche Firmen zu bekommen, um mit deren Know-how Gewinne zu erzielen.

Aber das ist noch nicht alles: Sie wollen ihren Einfluss nicht nur auf den deutschen, sondern auch auf den europäischen Markt ausweiten!

Sigmar Gabriel warnte vor dem Ausverkauf deutschen Fachwissens

Auch der frühere Wirtschafts- und heutige Außenminister Sigmar Gabriel fürchtet den Verlust deutschen Experten-Wissens.

Er warnte bereits vor einem Ausverkauf deutschen Technologie-Wissens.

Doch damit nicht genug: Die Bundesregierung forderte gemeinsam mit Frankreich und Italien von der EU-Kommission Regeln, um einzelne Übernahmen zu verhindern.

Die Globalisierung lässt sich nicht aufhalten

Nichtsdestotrotz weisen Experten daraufhin, dass solche Übernahme-Verbote nur in Einzelfällen Sinn ergeben; etwa dann, wenn die nationale Sicherheit gefährdet ist.

Grenzüberschreitende Übernahmen seien kaum zu stoppen, denn zumeist überwiege der ökonomische Vorteil. Die Globalisierung ließe sich nicht aufhalten.

Wie diese Globalisierung und der ökonomische Vorteil dann tatsächlich aussehen, erfahren Sie, wenn deutsche Beschäftigte aus Angst vor einem Arbeits-Verlust auf die Straße gehen…


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1. Juni 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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