Überschallflugzeug: Löst Boom die Concorde ab?

Auf der International Paris Air Show Le Bourget im Juni 2017 konnten nicht nur die beiden größten Flugzeughersteller der Welt, Boeing und Airbus, punkten und massenhaft Aufträge gewinnen. Auch ein Start Up konnte eine beachtliche Anzahl von Vorbestellungen eines ganz besonderen Flugzeugs verbuchen.

Das Unternehmen Boom Technology, mit Sitz in Denver, Colorado, baut ein neues Überschallflugzeug, das der Nachfolger der Concorde werden soll. 76 Bestellungen sind bei dem Start Up aus den USA auf der Luftfahrtmesse in Paris eingegangen, ab 2023 soll der Flugverkehr der neuen Überschallflugzeuge von Boom starten.

Das Ende der Concorde kam im Jahr 2000

2003 kam das Aus für die Concorde, die den Atlantik auf der Strecke Paris oder London bis New York in 3 bis 3,5 Stunden überquerte. Herkömmliche Passagiermaschinen brauchen für die Route mehr als doppelt soviel Zeit.

Ein tragischer Unfall beim Start einer Concorde kostete im Jahr 2000 113 Menschen das Leben, woraufhin das Image der Flugzeuge einen so großen Schaden nahm, dass die Passagiere ausblieben. Auch war der Treibstoffverbrauch des Fliegers zu hoch und die Maschine viel zu laut.

Erster Testflug im Jahr 2018

Mit der neuen Maschine soll sich das nun ändern, sie soll Überschallflugzeuge wieder in die Lüfte befördern. 2018 soll sogar schon der erste Testflug mit einer kleinen Maschine genannt „Baby-Boom“ abheben. Die Strecke von Paris nach New York soll dann wieder in 3,5 statt 7 Stunden geflogen werden können.

200 Mio. Dollar soll eine Maschine kosten, große Rabatte wird es aber nicht geben. 55 Sitzplätze sind in den Boom-Fliegern vorgesehen, was sich besser rechnet als die Concorde, die mit ihren 100 Sitzplätzen fast nie komplett ausgebucht war. Zudem will Boom seine Überschallflugzeuge, die 2.700 km die Stunde zurücklegen können, um 30 % leiser und aufgrund der reduzierten Sitzplatzanzahl auch kerosinsparender fliegen lassen als die Concorde.

Wer steckt hinter Boom Technology?

Gegründet wurde Boom Technology im Jahr 2014 von Blake Scholl, der auch der Vorstandsvorsitzende ist. Der erste Kunde ist die britische Fluglinie Virgin Atlantics, die dem Milliardär Richard Branson gehört. Weitere Abnehmer sollen nach und nach vorgestellt werden.

An der Börse ist Boom Technology noch nicht zu finden, bisher wurde auch noch kein einziges Flugzeug fertig gebaut. Es bleibt somit abzuwarten, ob die Firma halten kann, was sie verspricht – der Testflug im Jahr 2018 wird Aufschluss geben. Erst wenn dieser geglückt ist, wird die Produktion für die eigentlichen Boom-Maschinen begonnen.

10. Juli 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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