Umweltbank: Nachhaltig auch im Wachstum

Geld anlegen mit gutem Gewissen ist im Trend. Für nachhaltige Investments sind die Deutschen laut Umfragen sogar bereit, auf bis zu 2% Rendite zu verzichten.

Wer nicht nur auf einzelne ethische Fonds setzt, sondern sein Kapital einer entsprechenden Bank anvertrauen will, wird bei Umweltbanken fündig. Eine Umweltbank baut per Definition ihr Geschäft auf Idealen wie Nachhaltigkeit, Vertrauen und Menschlichkeit auf.

Umweltbank: Definition und Profil

Zur Kategorie der Umweltbanken zählt etwa die GLS, die sich als weltweit erste Bank für sozial-ökologische Geldanlagen und die Finanzierung nachhaltiger Unternehmen versteht. Daneben gibt es aber noch die Umweltbank – per Definition ein Kreditinstitut, dessen Ideal zugleich sein Name ist. Sie wurde 23 Jahre später im Jahr 1997 gegründet und bezeichnet sich als „Deutschlands grüne Bank“.

Was Anleger freut: Nach einigen Turbulenzen steigt die Aktie und wird aufgrund erweiterter Veröffentlichungspflichten transparenter. Seit Herbst letzten Jahres notiert sie im Premium-Segment der Münchner Börse, nachdem sie vor rund 15 Jahren im Freiverkehr gelistet wurde. Damit wird das Papier nun an allen Börsen gehandelt, einschließlich Xetra in Frankfurt.

Der grüne Trend bescherte neue Kunden und ein höheres Geschäftsvolumen. Auch die Bilanzsumme erhöhte sich kräftig auf 3,1 Mrd. €. Dass der Gewinn stagniert, wird mit erhöhten Ausgaben für neue Informationstechnologien, Marketing und Personal begründet. Allerdings war die Zahl der Mitarbeiter bereits im 2015 leicht gesunken. Mit einer Ausschüttung von 1,50 € pro Aktie liegt die Dividendenrendite bei ansehnlichen 1,9%. Es war die siebte Erhöhung in Folge.

Nachhaltiges Wachstum bei der Umweltbank

Die Direktbank führt ihr Wachstum vor allem auf die Finanzierung ökologischer Bauvorhaben zurück und will ihr Geschäftsfeld von Beteiligungen erweitern. Das Eigenkapital stieg nach der Ausgabe der ersten grünen CoCo-Bonds – eine Sonderform von Wandelanleihen – deutlich an. Der Kurs der Aktie legte zu Jahresbeginn leicht zu, nachdem er 2016 mit 21% im Minus lag. Über drei Jahre indes beträgt das Plus gut 70%.

Die einzige börsennotierte Nachhaltigkeitsbank Deutschlands mit Sitz in Nürnberg verzeichnete in den letzten Jahren ein nachhaltiges Wachstum und konnte ihren Gewinn mehr als verdoppeln. Und das, obwohl Bereiche wie Solarenergie oder Windkraft in der Vergangenheit teils von Turbulenzen geprägt waren.

Das gesamte Geschäft umfasst auch Wasser- sowie Blockheizkraft, Biomasse, Niedrigenergiebau, ökologische Landwirtschaft und alles was zum Bereich umweltfreundlicher Produktion gehört. Ihren ökologischen Erfolg berechnet die Bank über die Einsparung an Kohlendioxid. Durch die geförderten Kreditprojekte wurden 2015 angeblich über 3 Mio. Tonnen vermieden.

Neuausrichtung nach Kritik

Doch auch grüne Banken sind keine Heiligen. So erntete die Umweltbank heftige Kritik wegen falscher Werbeaussagen zu riskanten Windparkfonds, die oft als Altersvorsorge angepriesen wurden. Wegen der Verluste kassierte das Institut vor drei Jahren ein Urteil auf Schadensersatz. Und 2015 gab es Ärger, weil die Homepage verschwieg, dass der Vorstand zuvor nicht entlastet wurde. Hinzu kamen Querelen wegen anhaltender Verstöße gegen das Arbeitsrecht.

Auf der Hauptversammlung 2015 schließlich äußerten die Aktionäre ihren Unmut wegen mangelnder Transparenz und Geschäftsführung nach „Gutsherrenart“. Daraufhin trat der Gründer und Vorstandsvorsitzende Horst Popp von allen Ämtern zurück. Seitdem bemüht sich die Umweltbank um eine Neuausrichtung, mehr Transparenz und ein Image, das ihrem Anspruch besser gerecht wird.

20. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt