Lebensversicherungen werden Sie in Zukunft mehr kosten

Seit Dezember 2012 gelten für Versicherungen Unisex-Tarife. Das gilt auch für Lebensversicherungen. Und wirkt sich auf die Prämien aus. (Foto: REDPIXEL.PL / Shutterstock.com)

Einst galt es als Risiko, als Männlein oder Weiblein geboren worden zu sein. Das war für Versicherungen bis Dezember 2012 so.

Denn die Versicherer müssen ihre Prämien berechnen, die sie den Versicherten in Rechnung stellen, um ihnen den versprochenen Schutz garantieren und finanzieren zu können.

Für Neuverträge gilt Unisex

Weil junge Männer hinter dem Steuer beispielsweise mehr Unfälle bauen, hat bislang eine KFZ-Versicherung für junge Männer mehr gekostet als für gleichaltrige Frauen. Damit ist nun Schluss.

Denn der Europäische Gerichtshof hat beschlossen, dass die Geschlechtszugehörigkeit kein Grund für Sondertarife bei Versicherungen sein darf. Das wäre sonst eine Diskriminierung, urteilten die Richter bereits im Jahr 2011.

Ab Dezember 2012 müssen Versicherungen daher auf den Unisex-Tarif umstellen – das wirkt sich auch auf Lebensversicherungen aus. Unisex-Tarife gelten grundsätzlich für alle Neuverträge von Versicherungen ab dem 21.Dezember 2012. Altverträge, also etwa bestehende Lebensversicherungen oder welche, die bis zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen wurden, sind von der Regelung ausgenommen.

Da bislang das Risiko geschlechterspezifisch in die Prämien eingerechnet wurde, in Zukunft aber Einheitstarife Einzug erhalten, ändern sich auch bei Lebensversicherungen die Bedingungen für die Versicherten – abhängig vor allem vom Geschlecht.

Lebenserwartung bei Lebensversicherungen ist zentral

Denn ein zentraler Faktor bei einer Lebensversicherung – sei es eine Risikolebensversicherung oder eine Kapitallebensversicherung – ist naturgemäß das Alter. Und da Statistiker von Haus aus gerne bestimmte Gruppen ins Visier nehmen, haben sie herausgefunden, dass in Deutschland die Lebenserwartung von Frauen signifikant höher ist als die von männlichen Vertretern der Gattung.

Männer können diese Tatsache zwar bedauern. Mit Unisex aber haben sie auch einen Grund, sich zu freuen, zumindest theoretisch. Denn da sie in der Regel früher sterben, lassen sich die Versicherungen das bislang in höheren Prämien bezahlen.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass die Versicherungssumme beim Ableben von Männern fällig wird, ist dadurch natürlich höher. Das gilt mindestens für Risikolebensversicherungen.

Was Risikolebensversicherungen sind

Die häufigste Art der Lebensversicherungen sind Risiko-Lebensversicherungen. Sie zahlt im Todesfall der versicherten Person den Bezugsberechtigten Hinterbliebenen die Todesfalls- oder Versicherungssumme aus.

Sinnvoll ist sie daher vor allem zur Absicherung von Angehörigen. Daher sind sie eine Möglichkeit der Vorsorge für Familien für den Fall, dass der Hauptverdiener stirbt. Noch wichtiger kann eine solche Police werden, wenn auch noch Schulden dazu kommen, die zu tilgen sind, wie etwa die für den Kauf eines Hauses.

Risikolebenspolicen müssen dabei gar nicht so teuer sein. Laut Zeitschrift „Finanztest“ gibt es Versicherungen, die pro Jahr unter 200 Euro Prämien verlangen (für eine 44-Jährige Nichtraucherin) – nach 20 Jahren beliefe sich in diesem Beispiel die Versicherungssumme auf 150.000 €. Mit den Unisex-Tarifen dürfte es für die weibliche Kundin allerdings in Zukunft etwas teurer werden – ob rauchen oder nicht.


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Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.

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