Unsägliche Zustände in der EU

SPD-Chef Martin Schulz will die Vereinigten Staaten von Europa durchsetzen. Aber bedenken Sie: Genauso wie das antike Sacrum Imperium Romanum […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

SPD-Chef Martin Schulz will die Vereinigten Staaten von Europa durchsetzen.

Aber bedenken Sie:

Genauso wie das antike Sacrum Imperium Romanum Nationis Germanicæ, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, wird auch dieses Staatengebilde untergehen.

Dazu haben wir Ihnen bereits eine Einschätzung mitgeteilt. Nun, ein paar 100 Jahre nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches, wurde mit der EU ein neues Monstrum herangezüchtet.

Ereilt es dasselbe Schicksal, wie das einstige Großreich? – Viele Experten meinen: Ja.

Statt Wohlstand und Sicherheit ein massiver sozialer Verlust

Um diese Einschätzung zu begründen, möchten wir Sie zunächst an Ex-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäubles Worte erinnern:

Wenn wir auf die Gemeinschafts-Währung des Euro verzichten, wird dies einen „erheblichen Verlust an Wohlstand und sozialer Sicherheit“ bedeuten, sagte er einmal.

Heute jedoch sieht das ganz anders aus: Gerade in Euro-Krisenländern, z. B. Griechenland, tritt ein massiver sozialer Verlust auf.

Schuld daran sind die Misswirtschaft der EU an und für sich sowie die der verschiedenen Mitglieds-Länder, hinzu kommen:

  • Euro-Turbulenzen,
  • Krisen-Banken, die vollgepackt sind mit Hunderten von Milliarden fauler Kredite
  • und die Null- und Negativ-Zinsen.

Teilweise unsägliche Zustände in der EU

Obwohl viele Anstrengungen unternommen werden dem entgegenzuwirken, sogar ganze Volkswirtschaften in der Währungs-Union umgebaut wurden, bleibt vielerorts der desaströse Status Quo.

Die unsäglichen Folgen davon werden folgende sein:

  • Gemein-Haftung,
  • Fremdsteuerung,
  • fiskalpolitischer Missbrauch der EZB
  • und Zentralismus.

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Nicht nur Martin Schulz will den EU-Superstaat…

Eine Vision der EUdSSR schwebte den 3 Großen der EU schon vor Jahren, genau gesagt: 2012, vor.

Gemeint sind damit der damalige Kommissions-Chef José Manuel Barroso, EZB-Chef Mario Draghi und der ehemalige Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker.

Eine echte Wirtschafts- und Währungs-Union sollte die Konstruktions-Fehler des Euro beheben.

Das sah auch der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz so: Ohne die Vergemeinschaftung der Schulden und die Gründung einer Banken-Union werde die Euro-Zone auseinanderbrechen.

Auf gut Deutsch: Nur eine vollständige europäische Integration durch eine politische Union, eine Haftungs-Union, solle und könne den Euro letztlich retten.

…Ex-Bundeskanzler und Ex-EZB-Chef sprachen sich ebenfalls (indirekt) für EU-Superstaat aus

Gewichtige Fürsprecher gab es schon in der Vergangenheit. Altbundeskanzler Helmut Kohl sprach sich bereits 1991 dafür aus:

„Die jüngere Geschichte … lehrt uns, dass die Vorstellung, man könne eine Wirtschafts- und Währungs-Union ohne politische Union auf Dauer erhalten, abwegig ist“.

Auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder forderte noch 2012:

„Ich bin davon überzeugt, dass die aktuelle Krise die weiteren politischen Integrations-Schritte in der Europäischen Union erzwingen wird…

Nur ein vereintes Europa hat eine Chance im internationalen Wettbewerb…

Deswegen bin ich ein überzeugter Anhänger der europäischen Integration, denn die Europäisierung ist eine konsequente politische Antwort auf die Globalisierung.“

Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet schloss sich dem an:

„Es ist eine der wichtigsten Lektionen der letzten 13 Jahre, dass wir mehr politische Union brauchen, v. a. um die vorgeschlagene wirtschaftliche und fiskalische Föderation per Ausnahme umzusetzen.“


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.