Uran: Dieser vergessene Rohstoff ist bereit für den nächsten Boom

Ein sehr spannender Rohstoff im globalen Umfeld bleibt Uran.

Aus deutscher Sicht ist das nur schwer nachvollziehbar, denn bei uns läuft der aktive Ausstieg aus der Atom-Energie.

Aber mit diesem Weg stehen wir, international gesehen, isoliert da.

Atom-Energie ist günstig – und damit weiter gefragt

Weltweit werden immer mehr Reaktoren gebaut, und damit wird mittelfristig auch der Bedarf beim Uran weiter ansteigen.

Ein Wendepunkt war sicherlich im Jahr 2011 die Katastrophe im japanischen Fukushima. Als Folge wurde bei uns der Atom-Ausstieg klar geregelt.

Doch was bei uns gerne übersehen wird: Aktuell sind knapp 500 Reaktoren weltweit am Netz – und das mit steigender Tendenz.

Atomen-Ergie ist ein verlässlicher und auch kostengünstiger Stromlieferant.

Daher setzen viele Wachstums-Länder wie China auf diese Art der Stromerzeugung.

Dennoch war die Preis-Entwicklung in den vergangenen Jahren extrem enttäuschend.

Im Endeffekt haben wir beim Uran in den vergangenen beiden Jahren eine paradoxe Situation erlebt:

Bei vielen Minen liegen die Produktions-Kosten schon heute klar über dem Marktpreis.

Aktuell produzieren etliche Uran-Minen mit Verlusten

Viele Minen können sich eigentlich nur noch über Wasser halten, weil es langfristige Liefer-Vereinbarungen gibt.

Und auch ein anderer Faktor ist hier wichtig:

Manche Produktionen, hinter denen z. B. auch staatliche Firmen stehen, werden aus strategischen Gesichtspunkten einfach weiter vorangetrieben und auch in der Produktion belassen.

Daher bleibt es aktuell dabei, dass es ein Überangebot auf dem Uran-Markt gibt.

Daran wird auch die mögliche Wiederinbetriebnahme von Reaktoren in Japan nichts ändern – genauso wenig wie die 10%ige Produktions-Kürzung die aus Kasachstan, dem wichtigsten Produktionsland der Welt, gemeldet worden ist.

Eine solche Situation, wie wir sie derzeit am Markt erleben, ist aber auch nicht nachhaltig. Hier ist eine Erholung des Preises sehr gut möglich.

Bei der Einschätzung der Preis-Entwicklung lohnt es sich auf einige Analysten zu schauen.

Auch hier haben die die Experten von Macquarie Research ihre Einschätzung zum Uran-Markt gegeben.

Prognose: Ab 2020 rutscht der Uran-Markt ins Defizit

Dabei ist v. a. der Blick auf die weitere Entwicklung spannend:

Derzeit gibt es auf dem globalen Markt nach Angaben von Macquarie Research noch ein deutliches Überangebot von rund 3.000 t pro Jahr.

Doch das wird sich bis zum Jahr 2020 kurzfristig in ein Defizit umwandeln, und hierzu wird auf jeden Fall die massive Nachfrage-Steigerung aus China beitragen.

Dort allein soll die Nachfrage von Atom-Reaktoren bis dahin um knapp 40% ansteigen. Und genau diese Entwicklung wird das Potenzial haben, den Preis beim Uran deutlich anzutreiben.

Insofern werde ich auch diesen Markt weiterhin intensiv beobachten, auch wenn Uran und die Atom-Energie in Deutschland bei der Energie-Erzeugung kaum noch eine Rolle spielen.

19. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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