BFH-Urteil: Doppelte Haushaltsführung kann immer abgesetzt werden

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Es gibt zwei Grundsatzurteile des Bundesfinanzhofs, die Arbeitnehmern mit Zweitwohnung ein freudiges Lächeln auf die Lippen zaubern dürften. (Foto: IhorL / Shutterstock.com)

Ist es aus beruflichen Gründen notwendig einen zweiten Haushalt zu führen, kann dieser als Form der Werbungskosten von der Steuer absetzt werden. Hierfür gibt es mehrere Voraussetzungen. Zum einen sollte die Zweitwohnung näher am Arbeitsplatz liegen, als die Hauptwohnung. Bestenfalls liegt sie im gleichen Ort wie der Arbeitsplatz. Außerdem sollte der Hauptwohnsitz außerhalb des Beschäftigungsortes liegen, sodass eine Zweitwohnung gerechtfertigt ist. Bei diesem Hauptwohnsitz sollte es sich weiterhin um den Ort des Lebensmittelpunkts des Arbeitnehmers handeln.

Doppelte Haushaltsführung beruflich begründet?

Damit die doppelte Haushaltsführung steuerlich gültig gemacht werden kann, müssen berufliche Gründe für eine Zweitwohnung vorliegen. Hierzu zählt zum Beispiel eine Versetzung und ein daraus resultierender Wechsel des Beschäftigungsorts. Es zählt jedoch auch, wenn eine Beschäftigung außerhalb des bisherigen Wohnortes aufgenommen wird. Umgekehrt kann eine doppelte Haushaltsführung auch mit privaten Gründen begründet werden. Möglich ist beispielsweise, dass der Hauptwohnort vom Arbeitsplatz wegverlegt wird und anschließend eine weitere Wohnung in der Nähe der Beschäftigung angemietet wird. Das wichtigste Kriterium ist somit immer die Nähe zum Arbeitsplatz, die eine doppelte Haushaltsführung rechtfertigt.

Voraussetzung seit 2014

Um die doppelte Haushaltsführung steuerlich absetzen zu können, muss eine nachweisbar finanzielle Beteiligung an den laufenden Kosten der Haushalte vorliegen. Laut des Bundesfinanzministeriums (BMF) müssen mindestens 10 Prozent der monatlich anfallenden Kosten getragen werden. Darunter fallen Miete, Mietnebenkosten und Haushalts- sowie Lebensmittelkosten. Das Finanzamt prüft in diesem Zusammenhang besonder volljährige Kinder, die ihr Zimmer im Elternhaus als Hauptwohnsitz angeben.

Absetzbare Kosten

Eine doppelte Haushaltsführung wird in Anlage N der Steuererklärung aufgezeigt. Jährlich werden bis zu 12 000 Euro im Jahr berücksichtigt, d.h. 1000 Euro im Monat. Der ortsübliche Mietspiegel sowie die Wohnungsgröße spielt bei einer Zweitwohnung innerhalb Deutschlands keine Rolle. Als Zweitwohnsitz zählt sowohl eine Miet- oder Eigentumswohnung, ein möbliertes Zimmer, ein Hotelzimmer oder auch eine Gemeinschaftsunterkunft. Sie können monatlich Kosten für Makler, Mieten, Nebenkosten, Reinigung, Rundfunkbeitrag und den Autostellplatz geltend machen und bis zu einem monatlichen Betrag von 1000 Euro absetzen. Seit 2018 können außerdem Möbel und sonstige Haushaltsgegenstände mit einer Nettogrenze von 800 Euro sofort und in voller Höhe von der Steuerlast abgezogen werden.

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Von: Tino Hahn.

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