Urteil: „Sehr geehrtes Verwalterlein“ ist keine Beleidigung

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Immer wieder kommt es zwischen Mieter und Vermieter zu Streitereien, die im schlimmsten Fall sogar auf die Psyche schlagen. Der hier vorliegende Fall fällt jedoch eher in eine andere Kategorie und lädt zum Schmunzeln ein – auch wenn er das Landgericht Berlin beschäftigte. Denn die zuständigen Richter mussten entscheiden, ob die Anrede „Sehr geehrtes Verwalterlein“ in einem Schreiben an den Hausverwalter eine Beleidigung darstellt oder nicht: (Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com)

Seit Jahr und Tag kommunizierten Mieter und Verwalter nur schriftlich und in einem Ton, der laut Ansicht der Richter des Landgerichts Berlin von gegenseitiger Missachtung geprägt sei.

Statt einer korrekten Ansprache sei der Hausverwalter mit „Sehr geehrter Hausmeister“ adressiert worden, während der Hausverwalter den Mieter als querulatorisch und paranoid bezeichnet hatte.

Deshalb kamen die Richter zu dem Schluss, dass die Formulierung „Sehr geehrtes Verwalterlein“ keine Beleidigung, sondern allenfalls eine Unhöflichkeit ist.

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Eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses ist aufgrund dieser Bezeichnung deshalb nicht möglich, da „Verwalterlein“ nicht wesentlich schwerer ins Gewicht fällt als der grundlegende Tonfall des Briefverkehrs, der zwischen Sarkasmus und Zynismus pendelt – so die Urteilsbegründung.

Landgericht Berlin, Aktenzeichen: 63 S 352/07


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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.