US-Aktien sind oft den hohen Preis wert

Amerikanische Aktienunternehmen sind unter anderem wegen ihrer großzügigen Dividenden beliebt. Dass sie jedes Jahr die Ausschüttungen erhöhen, liegt an den traditionellen Erwartungen der Anleger. Selbst institutionelle Investoren fordern sie regelrecht ein. Abgesehen davon steigen die Kurse unaufhaltsam. Nun verschafft ihnen Donald Trump erneuten Schub und gute Aussichten.

US-Aktien: teuer aber das zu Recht

Doch lohnt sich der Einstieg? Immerhin sind US-Aktien teuer. Zumindest auf den ersten Blick. Beim genaueren Hinsehen aber relativiert sich das Bild: US-Aktien sind teuer, das aber zu Recht. Und sie haben Potenzial.

Auch wenn Trump für gewisse Unsicherheit sorgt, so startet die Wirtschaft auf hohem Niveau durch und wird weiterhin stärker wachsen als die anderer wichtiger Volkswirtschaften. Trumps Plan: Die USA sollen ein Wirtschaftswunder erleben. Haupttreiber sind Megainvestitionsprogramme in die Infrastruktur und Steuersenkungen, begleitet durch den Abbau von Regulierungen.

Als Folge dürften vorübergehend neue Jobs entstehen und die Kaufkraft gestärkt werden. Zudem trägt dies zur besseren Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft bei. Schon jetzt konnten durch die zunehmende Automatisierung die Lohnstück-Kosten gedrückt werden. Sie sind leicht höher als die in China, aber deutlich niedriger als in den meisten anderen Ländern – Deutschland und die Schweiz inklusive. Gleichzeitig ist die Produktivität sehr hoch.

Deshalb sind auch die Gewinne höher als anderswo. Kommt es nun zu den angekündigten Steuersenkungen, werden sie erheblich steigen. Das schlägt sich positiv im Ergebnis pro Aktie nieder und verspricht satte Dividenden. Aber auch ohne den Steuereffekt wird für dieses Jahr ein Gewinnwachstum von ca. 12 % und eine Eigenkapitalrendite von 16,2 % erwartet.

Renditen, Liquidität, Stabilität

Und ja, US-Aktien sind teuer. Seit 2010 liegt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 16,4. Europäische Aktien kommen in dem Zeitraum auf 13,8. Dafür brachten die eine Durchschnittsrendite von nur 4,65 %, US-Aktien indes über 12 %.

Führende US-Aktien werden ohnehin höher bewertet und gehandelt. Das gehobene Niveau hat einen Grund. Zum einen sind in den großen Indizes wie S&P 500 oder Dow Jones die traditionell teureren  Technologiewerte höher bewertet als in Europa. Entscheidender aber ist die Qualität: Die amerikanischen Märkte sind deutlich weniger schwankungsanfällig und vor allem sehr liquide. Auch die Stabilität und gute Kapitalausstattung der großen Unternehmen schlagen sich natürlich im Preis nieder.

Bleibt die bange Frage, ob die Märkte nicht langsam überdreht sind. Die meisten Analysten sagen nein, eine Blasenbildung ist nicht in Sicht. Auch sprechen wichtige Indikatoren wie Zinskurve, Inflation, Arbeitsmarkt oder der ISM-Einkaufsmanager-Index nicht für eine drohende Rezession. Selbst der Immobilienmarkt ist stabil.

Heilsbringer Trump als Unsicherheitsfaktor

Weniger stabil ist allerdings das in Teilen verwirrende Konzept, mit dem Donald Trump Amerika stark machen will. Vor allem der aggressiv vorgetragene Protektionismus. Allein die Idee, bewährte internationale Zulieferketten in die USA zu verlagern, widerspricht nicht nur jeder Vernunft. Dies umzusetzen, ist weitgehend unmöglich. Selbst wenn, so dauert es Jahre. Und es schadet der eigenen Industrie.

Dies und die angekündigten Einfuhrzölle würden die Preise und die Inflation derart in die Höhe treiben, dass der Binnenkonsum abrupt abbricht. Warenhäuser wie WalMart oder Costco gehen schon jetzt auf die Barrikaden.

Die USA leben nicht nur von Rohstoff- und Baukonzernen, die von Trumps Mega-Investitionsprogramm in die Infrastruktur profitieren würden. Und auch hier muss sich erst zeigen, ob dies flächendeckend allen zugute kommt oder ob es mehr um spektakuläre Vorzeigeprojekte geht, was zum Immobilienmogul Trump passen würde. Vorsicht ist schon deshalb angebracht, weil er ungeduldig auf schnelle, sichtbare Ergebnisse setzt und in die Geschichte eingehen will.

Im negativen Szenario wären viele US-Aktien tatsächlich zu teuer. Fundamental und auf absehbare Zeit jedoch sind sie meist ihren Preis wert.


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29. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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