US-Wahl: Donald Trump gewinnt – crashen jetzt die Börsen?

Böse Überraschung für die Börsianer: Entgegen den Erwartungen der Wall Street hat Donald Trump die US-Wahl gewonnen. Marktbeobachter rechnen kurzfristig mit rückläufigen Kursen an den Weltbörsen, langfristig dürften vor allem die US-Rüstungsindustrie und die amerikanische Baubranche profitieren.

Donald Trump gewinnt die US-Wahlen: Auswirkungen auf die Börse

Die Analysten der Deutschen Bank rechnen infolge des Wahlausgangs und der Wirtschaftspläne von Donald Trump mit einer tendenziellen Stärke des US-Dollars gegenüber anderen wichtigen Währungen wie zum Beispiel dem Britischen Pfund, dem Euro und dem japanischen Yen.

Leiden dürfte unter dem Trump-Sieg jedoch der mexikanische Peso, der schon im Vorfeld des US-Wahlausgangs einen „Schwächeanfall“ erlitten hat. Marktbeobachter glauben, dass sich der Peso weiter schwächer präsentieren wird. Der Grund sind die radikalen Ansichten von Trump, der unter anderem eine Mauer zu Mexiko errichten will, um die Einwanderung zu begrenzen.

US-Wahl: Diese Aktien könnten vom Trump-Wahlsieg profitieren

„Frieden durch Stärke“ ist das Motto von Donald Trump. Der Immobilienmogul will die USA zu neuer Stärke verhelfen und dies auch im Ausland – notfalls mit Waffengewalt – durchsetzen.

Marktbeobachter rechnen daher mit guten Geschäften für US-Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin, Raytheon, Boeing und Northrop Grumman. Im Rahmen der Regierungszeit von Barack Obama war die US-Navy so klein wie seit dem ersten Weltkrieg nicht mehr – dies dürfte sich mit Donald Trump ändern.

Da Trump auch der US-Waffenindustrie sehr wohlwollend gegenüber steht – Trump unterstützt das Recht jedes Bürgers eine Waffe zu tragen – dürfte es keine Restriktionen gegenüber der US-Waffenindustrie geben. Dies bedeutet weiter gute Geschäfte für Waffen-Hersteller wie Smith & Wesson.

Infrastruktur-Aktien dürften zu den Gewinnern zählen

Trump gilt als Mr. Infrastruktur. Schon im Vorjahr hat Donald Trump durchblicken lassen, dass die USA von einem Infrastruktur-Programm stark profitieren könnten.

Gemeint sind Ausgaben in Milliardenhöhe für die Reparatur von Straßen, Brücken und Flughäfen. Sollte Trump den Bau einer Mauer zur mexikanischen Grenze tatsächlich realisieren, schätzen Experten die Infrastrukturkosten auf 15 bis 25 Mrd. US-$. Daher dürften auch Aktien aus der Baubranche wie zum Beispiel Caterpillar oder die Konstruktionsfirma Jacobs Engineering zu den Gewinnern zählen.

Apple könnte von der Trump-Steuerpolitik profitieren

Auch Apple könnte zu den Gewinner-Aktien infolge des Wahlsiegs von Donald Trump gehören. Die Steuerpläne von Trump sehen vor, dass jedes Unternehmen – egal welche Größe – einen einheitlichen Steuersatz von 15 % auf die erzielten Gewinne zahlt.  Dabei soll es keine Rolle spielen, ob die Gewinne im In- oder im Ausland anfallen. US-Unternehmen sollen eine Garantie erhalten, sodass keine Doppelbesteuerung erfolgt.

Unternehmen wie Apple könnten Gelder, die derzeit noch im Ausland lagern, zurück in die USA holen. Bei Apple dürften dies inzwischen 150 bis 200 Mrd. US-$ sein. Hochprofitable US-Konzerne wie Apple und Google könnten dann von einem einfacheren US-Steuersystem und einer dann insgesamt niedrigen Besteuerung in den USA profitieren.

Donald Trump gewinnt – Zahltag für ExxonMobil?

Der US-Ölkonzern ExxonMobil könnte ebenfalls zu den Gewinner-Aktien zählen. Donald Trump hat bereits erste Details zu seinen Plänen im Nahen Osten angedeutet. Der Islamische Staat (ISIS) könnte dadurch endgültig besiegt werden, indem man der Gruppe das Vermögen wegnimmt.

Gemeint sind damit vor allem die irakischen Ölquellen, die auch für US-amerikanische Firmen wie ExxonMobil interessant sind. Sollte der IS tatsächlich besiegt werden, könnte ExxonMobil vom Wiederaufbau der irakischen Ölindustrie profitieren.

Gold könnte von Verunsicherung profitieren

Zu guter Letzt könnte auch das Edelmetall Gold von der Verunsicherung über die künftige Politik von Trump profitieren. Während die Wall Street die Politik von Clinton kennt, herrscht bei Trump große Verunsicherung, wie sich der streitbare Immobilienmogul tatsächlich in der Außenpolitik verhalten wird.

Trump gibt sich gerne als unberechenbar und dies macht den Immobilienmogul für die Wall Street so gefährlich, denn neben fallenden Kursen ist am New Yorker Börsenparkett nichts so unbeliebt wie Unsicherheit.

9. November 2016

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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