USA: Bei den Medien-Giganten werden die Karten neu gemischt

Fusionen von Medienkonzernen der USA werden zunehmen. Der Zusammenschluss von AT&T und Time Warner indes wird politisch blockiert. (Foto: Gitanna)

Medienvielfalt und Kritik am eigenen Regierungsstil sind Donald Trump ein Dorn im Auge. Der ihm nicht gerade freundlich gesonnene Sender CNN stört ihn genauso wie eine alte Regelung, die eine Medienkonzentration in ein und derselben Region verhindert. Derzeit bahnen sich in den USA Fusionen der Medienkonzerne an. Doch auch hier will er mitmischen.

Hochzeit von AT&T und Timer Warner blockiert

Was die Fusionen von Medienkonzernen der USA angeht, so steht ein im Oktober 2016 ausgehandelter Deal zwischen AT&T und Time Warner im Vordergrund. Time Warner soll für 108 Mrd. US-$ an AT&T gehen, das sich vom Mobilfunkgeschäft unabhängiger machen will. Hier graben Konkurrenten wie Sprint und die Telekom-Tochter –Mobile Marktanteile ab. Die Aktie hat seit einem Jahr über 20 % nachgegeben.

Zu Time Warner gehören unter anderem der Pay-TV Sender HBO („Game of Thrones“), das Hollywood-Studio Warner Bos. sowie CNN. Zwar sind Großkonzerne im Sinne von Trump, doch die Aussicht auf ein finanziell gut versorgtes Feindbild namens CNN gefällt ihm gar nicht. Entsprechend hat sich nun das Justizministerium eingeschaltet und beim Bundesgericht Klage gegen die Fusion der Medienkonzerne eingereicht. Ziel ist offenbar, CNN abzuspalten und zu isolieren.

Behörde erlaubt Medienkonzentration

Dies wäre wohl auch im Sinne von Trumps Befürworter und Medienmogul Rupert Murdoch. Sein  Medienunternehmen Twenty-First-Century Fox ist direkter Konkurrent zu Time Warner, dessen Aktie auch unter der Klageeinreichung leidet. Das Justizministerium argumentiert, die Übernahme würde „den Wettbewerb reduzieren, zu höheren Verbraucherpreisen und weniger Innovation für Millionen Amerikaner führen“.

Time Warner und AT&T halten die Argumentation für wenig stichhaltig und hoffen auf eine positive Gerichtsentscheidung. Tatsächlich wirkt das ganze Vorgehen widersprüchlich. An anderer Stelle nämlich scheinen der Regierung Medienvielfalt und Wettbewerb weniger wichtig zu sein. Die Kommunikationsbehörde FCC hat ein eine 42 Jahre alte Regelung gegen konzentrierte Medienkonzentration gekippt, was fortan Fusionen von Medienkonzernen in den USA erleichtert.

Diese 3 China-Aktien bereichern das Portfolio2018 sind Chinas Aktien eine Alternative mit teils hervorragenden Perspektiven – wenn auch mit einer weniger furiosen Kursentwicklung. › mehr lesen

USA: Medienkonzerne und neue Fusionen

Der alten Regelung zufolge durfte ein Unternehmen nicht gleichzeitig eine Zeitung und einen TV-Sender in einer Marktregion besitzen. Dieses Hindernis hat die FCC nun beseitigt. Zudem ist jetzt erlaubt, in ein- und demselben Markt zusätzliche TV-Sender zu erwerben und somit die eigene Position zu stärken.

Chef der FCC-Chef ist Ajit Pai, ein Trump-Vertrauter, der erst neulich mit der Aufhebung der Netzneutralität im Internet für Aufsehen sorgte. Und mit der jüngsten Entscheidung werden Großkonzernen der Branche neue Expansionsmöglichkeiten eröffnet. Seine Argumentation dafür lautet, dass mit Blick auf Medienkonkurrenten wie Google oder Facebook die alte Regelung nicht mehr zeitgemäß sei. In einer Anhörung wird er allerdings nun seine Verbindungen zum TV-Sender Sinclair darlegen müssen.

Denn mit der Lockerung wird Sinclair den Rivalen Tribune Media übernehmen können. Dies dürfte nur der Anfang für weitere Zusammenschlüsse sein. Die Akteure sehen sich ohnehin durch neue Anbieter unter Druck, wie die Streaming-Dienste Netflix oder Amazon. Angeblich haben auch der Medienkonzern Comcast und der Mobilfunkanbieter Verizon Interesse, Teile des Unterhaltungskonzerns Twenty-Century-Fox zu kaufen – und das gehört zum Medienimperium von Rupert Murdoch. Die Entwicklung bleibt spannend.


Passives Einkommen 2018

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Wie Sie mit diesen 3 dividendenstarken ETFs gleich doppelt verdienen” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Hier klicken und erfahren wie Sie gleich doppelt verdienen und Gewinne vor dem Staat schützen...


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt