USA: Bis Ende 2018 größter Ölproduzent der Welt

Bald sind die USA größter Ölproduzent weltweit. Bei steigender Nachfrage steigt auch der Preis. Trumps Ziel ist die globale Energiedominanz. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Trotz aller Bemühungen, sich von der Ölabhängigkeit zu lösen: Die Nachfrage nach dem schwarzen Gold hat nicht wirklich nachgelassen, im Gegenteil: Für Anleger spielt Öl unter den Rohstoffen immer noch eine dominante Rolle. Allerdings mit zunehmend veränderten Vorzeichen. Die Machtverhältnisse am Markt verschieben sich massiv und rapide.

USA bald größter Ölproduzent

Nicht mehr lange und die USA sind größter Ölproduzent der Welt.  Noch 2016 belegten die Vereinigten Staaten mit weniger als 9 Mio. Barrel (159 Liter) pro Tag Rang drei, nach Saudi Arabien mit 10,46 Mio. Barrel und Spitzenreiter Russland mit einer Tagesförderung von 10,55 Barrel.

Nach Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) wird sich die US-Tagesförderung bis Ende 2018 auf gut 11 Mio. Barrel erhöhen. Allein im letzten Quartal 2017 ist die Rohölproduktion nach IEA-Angaben um 846.000 Fass pro Tag gestiegen. Der Aufstieg der USA zum größten Ölproduzenten der Welt geht mit einer Ausweitung des Fracking einher, bei dem selbst die letzten Reste Öl mit Druck zumeist aus Schiefergestein geholt werden.

Der Fracking Boom nimmt wieder Fahrt auf. Nach dem massiven Ölpreiseinbruch ab Mitte 2014 hatten die Ölunternehmen ihre Kosten massiv gesenkt und profitieren nun umso stärker von der Erholung am Markt. Dazu gehören einerseits Fracking-Spezialisten wie Diamondback Energy aus Texas, aber auch die traditionellen Größen BP, Chevron, Exxon Mobil, Shell oder Total.

Die Aktie von Diamondback Energy konnte seit fünf Jahren um 420 % zulegen. Die teils gebeutelten Papiere der großen Ölkonzerne beginnen sich seit Jüngstem wieder leicht zu erholen – nach langen Verlusten eine mögliche Gelegenheit zum Einstieg.

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Ölpreis klar auf Erholungskurs

Der Ölpreis dürfte nämlich weiterhin zulegen. Bis zu 80 US-$ werden als realistisch angesehen. Und das obwohl die USA als demnächst größter Ölproduzent den Markt mit zusätzlichem Öl versorgen.

Zum einen steigt die weltweite Nachfrage ungebrochen. Allein 2017 übertraf sie das Vorjahresniveau um 1,6 Mio. Barrel pro Tag. Hinzu kommen die Förderkürzungen der OPEC und ihrer Verbündeten. Zum anderen kommt dazu, dass Venezuela bedingt durch politische Verwerfungen erheblich weniger produziert als gewollt. Damit wurden die Förderkürzungen laut OPEC mit 133 % übererfüllt.

Letztlich füllen die USA diese Lücke auf. Und sie laufen nicht nur dem alten Ölkartell den Rang ab. Donald Trump strebt zwei Ziele an: die Unabhängigkeit von Ölimporten und eine globale Energiedominanz. Damit soll es einfacher werden, außenpolitischen Druck auf andere Länder auszuüben, um amerikanische Interessen zu verfolgen.

Als Anleger kann man, abgesehen von Unternehmensaktien, unter anderem auch über Öl-ETFs, Zertifikate, CFDs oder Futures vom anziehenden Geschäft mit dem Öl profitieren.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.