Verwalter darf bei Gefährdungslage nicht Sanierung veranlassen

Ein Hausverwalter hat keinen Anspruch auf den Ersatz der Kosten für eine vollständige Sanierung, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in dem […] (Foto: karamysh / Shutterstock.com)

Ein Hausverwalter hat keinen Anspruch auf den Ersatz der Kosten für eine vollständige Sanierung, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in dem Rechtsstreit eines Verwalters gegen die von ihm vertretene Eigentümergemeinschaft entschied.

Obwohl bei Beginn der Sanierungsmaßnahme eine Kostensteigerung erkennbar war, hatte der Verwalter die Maßnahme ohne Beschluss der Eigentümergemeinschaft durchgeführt.

Er berief sich darauf, dass die Maßnahme dringend durchgeführt werden musste, weil die Gefahr der Beschädigung von Sondereigentum bestand. Insofern verwies der Verwalter auf sein Recht zur Notgeschäftsführung gemäß § 27 Abs. 1 Nr. 3 des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG).

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Das Karlsruher Bundesgericht war zwar der Ansicht, dass der Verwalter bei der Gefährdung von Sondereigentum berechtigt war, die Sanierung von Gemeinschaftseigentum ohne Beschluss der Eigentümergemeinschaft als Notmaßnahme einzuleiten.

Seine Befugnis zur Notgeschäftsführung berechtigte ihn jedoch lediglich dazu, Aufträge für provisorische Maßnahmen zu vergeben. Keinesfalls durfte der Verwalter ohne ermächtigenden Beschluss der Eigentümergemeinschaft die komplette Sanierung in Auftrag geben (BGH, Urteil v. 18.02.11, Az. V ZR 197/10).


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.