VW Aktie: mit E-Autos und Pickups in die Zukunft

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Die VW Aktie wurde Anfang 2019 von guten Nachrichten beflügelt. Auf ein Rekordjahr folgen die Partnerschaft mit Ford und E-Autos in den USA. (Foto: Evannovostro / shutterstock.com)

Langweilig wird es mit der VW Aktie auch 2019 nicht. Der Konzern mit seiner eigensinnigen Chefetage schafft es, allen Widrigkeiten wie Abgasskandal, Dieselkrise, Problemen mit Trump oder dem jüngsten Absatzeinbruch in China zu trotzen.

Rekordabsatz beflügelt VW Aktie

Während Toyota als Autobauer unverändert hinter der deutschen Nummer eins verharrt, Daimler um den Platzerhalt und BMW gegen den Abstieg kämpft, legt Volkswagen wieder einen Gang zu. Gleich zu Jahresbeginn zeigte die VW Aktie wieder nach oben. Der Konzern verkündete für 2018 einen neuen Verkaufsrekord. Mit einem Anstieg um 0,9 % wurden weltweit 10,83 Mio. Autos verkauft.

Bei einem leichten Rückgang in den USA zog vor allem Brasilien um ganze 30,4 % an. der deutsche Heimatmarkt beendete das Jahr nahezu stagnierend mit Minus 0,1 %. Angesichts der Einführung des herausfordernden technischen Abgas- und Verbrauchsstandards WLTP war von schlechteren Werten ausgegangen. Im wichtigen chinesischen Markt lag das Plus bei 0,5 %.

Dabei hatte noch der Dezember mit einem herben Einbruch von 12,5 % Sorgen bereitet. Allerdings lag dies nicht an VW. Andere Hersteller wie etwa Daimler litten ebenfalls unter dem generellen Rückgang des Chinamarktes um fast 7 %. Angesichts der schwächeren Währung sowie des Handelsstreits mit Trump und neuen Strafzöllen gingen chinesische Verbraucher in die Defensive.

Rückenwind aus Peking

Da kommt es wie gerufen, dass die Regierung in Peking nun umfangreiche Konjunkturhilfen die heimische Wirtschaft in Aussicht stellt. Zum geplanten Paket gehören unter anderem Steuer- und Abgabensenkungen. Auch die Kreditvergabe soll gestützt werden. Nach Bekanntwerden der Maßnahmen in der zweiten Woche des Jahres legten Aktien von VW sowie anderer Autobauer zu. Auch Papiere von Continental oder Infineon, das mit seinen Chips stark im Automotive Sektor verankert ist, bekamen zwischenzeitlich spürbar Auftrieb.

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Gestützt wurde der von einer weiteren Meldung: VW will in den USA neue E-Autos produzieren. Ob Trump damit beschwichtig werden soll, ist dabei weniger erheblich. VW produziert schon lange in Chattanooga, Tennessee und genießt auch als Arbeitgeber einen unverändert guten Ruf. 1.000 neue Jobs sowie eine eventuelle künftige Produktion von Audi Fahrzeugen werden zur Stabilisierung des amerikanischen Marktes beitragen.

Strategische Partnerschaft mit Ford

Gleichzeitig will Wolfsburg an anderer Stelle durch Synergieeffekte Geld einsparen. Gemeint ist die kurz darauf verkündete Partnerschaft mit Ford bei leichten Nutzfahrzeugen, Roboter- und Elektroautos. Der US-Hersteller war zuletzt auf dem deutschen Markt unter Druck geraten. Was ihn trägt, ist das Geschäft mit Kleintransportern und Pickups. In dem Segment, das in den USA hervorragend läuft, kann VW auf die Expertise von Ford zurückgreifen und Marktanteile holen.

Auch kann es Fords Vorsprung bei autonomen Fahrzeugen nutzen. Umgekehrt öffnet die Kooperation den Amerikanern neue Chancen auf dem europäischen Markt. Mit gemeinsamen Transportern wollen die beiden den Markt neu aufmischen. Die Zusammenarbeit soll weit über das branchenübliche Maß hinausgehen.

Brandherde löschen, strategische Allianzen schließen, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen – für die VW Aktie sind die zunächst gute Nachrichten. Bleibt abzuwarten, wie der Markt die ebenfalls angekündigten teils deutlichen Preissteigerungen gerade bei kleineren Modellen annimmt.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.