VW ID Elektroauto – Die Zukunft von Volkswagen?

VW prescht mit dem VW ID in den Massenmarkt vor und will so dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen. (Foto: Volkswagen)

Volkswagen (VW) versucht mit Nachdruck, den Diesel-Skandal hinter sich zu lassen. Nun soll der neue VW-Chef Herbert Diess und eine Offensive in Sachen Elektroautos den Konzern aus der Krise führen.

Zwar hat der VW-Aktienkurs in den letzten 12 Monaten zur Freude der Anleger um mehr als 20 % zugelegt, von seinem Allzeithoch im Jahr 2015 (250 €) ist die Aktie aber noch meilenweit entfernt.

Neuer VW-Chef will Rentabilität heben

Im Vormonat wurde bekannt, dass Herbert Diess den ehemaligen Porsche-Chef Matthias Müller an der Spitze von VW ablösen wird. Der neue VW-Chef erhält mehr Machtfülle, denn der 59-jährige Ingenieur wird nicht nur den VW-Konzern leiten, sondern auch die wichtige Volumen-Sparte VW Pkw, die Fahrzeug-IT (Vernetzung des Autos) und den Forschungsbereich.

Herbert Diess will Innovationen mit noch mehr Tempo vorantreiben. Hierfür erhält VW eine neue Struktur bzw. neue Markengruppen (Volumen, Premium, Super Premium und Turck & Bus) – dadurch sollen Entscheidungen künftig schneller fallen und der Konzern besser steuerbar werden. Ziel von Diess ist es, in puncto Ertragsstärke, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zum führenden Unternehmen in der Automobilindustrie zu avancieren. Konkret soll die operative Rendite von VW bis 2020 auf 4 % klettern, bis 2025 sollen sogar 6 % drin sein.

VW ID – Das erste richtige Elektroauto von Volkswagen

Eine erste Nagelprobe in Sachen Innovationskraft steht bereits im nächsten Jahr an, denn dann soll mit dem VW ID das erste Elektroauto in der Großserie von Volkswagen (VW) unter dem Namen Neo auf den Markt kommen.

Der Neo ist quasi der Golf der Zukunft und soll zu annehmbaren Preisen von 30.000 € Ende 2019 auf den Markt kommen. VW visiert damit ganz konkret den Massenmarkt an, ähnlich wie Tesla mit seinem Model 3. Bei der Reichweite verspricht VW beim Neo mindestens 400 Kilometer mit einer Akkuladung. Gegen Aufpreis soll auch ein größerer Akku erhältlich sein, der den VW Neo dann eine Reichweite von 600 Kilometer ermöglichen soll.

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Ein 170 PS starker Elektromotor an der Hinterachse soll den 4,10 Meter langen VW NEO in weniger als 8 Sekunden auf 100 km/h bringen. Der Fünfsitzer wird das erste von mehreren Elektroautos sein, die VW in den nächsten Jahren auf einer neuen Plattform auf den Markt bringen will.

VW plant 27 neue Elektroautos in den nächsten Jahren

Die Ziele von Thomas Ulbrich – Vorstand der E-Autosparte von VW – sind ambitioniert. Binnen 3 Jahren will VW 27 neue E-Autos für vier Marken in drei Regionen auf den Markt bringen.

Neben dem VW ID bzw. VW Neo sind ab 2021 unter anderem ein Elektro-SUV (VW ID Crozz), sowie ein elektrischer Kleinbus und eine E-Limousine geplant. Die von VW geplanten Elektroautos sollen dabei an vier Standorten produziert werden: USA, 2-mal in China und in Deutschland (Zwickau). Der VW ID bzw. VW Neo soll ab Ende 2019 in Zwickau vom Band laufen.

Fazit: VW will mit VW ID dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen

VW hat nach dem Dieselskandal die Zeichen der Zeit erkannt und setzt auf eine breite Elektroauto-Offensive. Speerspitze bildet der VW ID bzw. VW Neo, von dem in 2020 bereits 100.000 Stück vom Band rollen sollen, später sind dann 300.000 E-Autos pro Jahr geplant.

Anleger dürfen gespannt sein, ob VW seine langjährige Erfahrung in der Automobilfertigung ausspielen und anders als Tesla seinen Zeitplan bei der Massenproduktion von Elektroautos einhalten kann.

VW ist zum Erfolg verdammt, denn nicht nur einheimische Autobauer wie Daimler und der Elektroauto-Pioinier Tesla drängen mit Nachdruck in den Massenmarkt, sondern auch chinesische Hersteller (BYD, Geely etc.) wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. VW muss hier aufpassen, nicht unter die Räder zu kommen, will das Unternehmen bei der nächsten Automobil-Generation ein Wörtchen mitreden.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands