Wandelanleihe: Eine Mischung aus Aktie und Anleihe

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Bei Wandelanleihen haben Sie als Inhaber die Wahl: Wollen Sie am Ende der Laufzeit (oder manchmal auch an bestimmten Stichtagen […] (Foto: Nicoeinino)

Bei Wandelanleihen haben Sie als Inhaber die Wahl:

  • Wollen Sie am Ende der Laufzeit (oder manchmal auch an bestimmten Stichtagen während der Laufzeit) den Nominal-Betrag zurückerhalten?
  • Oder soll Ihnen der Emittent (derjenige, der die Wandelanleihe am Markt platziert hat) stattdessen eine vorab festgelegte Anzahl von Aktien ins Depot buchen?

Das entscheiden Sie nach einem ganz einfachen Kriterium:

Ist der Wert der Aktien höher als der Nominal-Betrag, entscheiden Sie sich für die Aktien, ansonsten für die Rückzahlung des Nominal-Betrags.

So funktionieren Wandelanleihen – ein Beispiel

Sie können wählen, ob Sie 1.000 € oder 25 Aktien der Müller AG ausgezahlt bekommen.

Sind die 25 Aktien zusammen mehr wert als 1.000 € (wenn der Aktienkurs z. B. bei 50 € liegt), empfiehlt sich die Annahme der Aktien.

Sind die Aktien weniger wert, lassen Sie sich den Nominalwert in Höhe von 1.000 € zurückzahlen.

Zusätzlich kassieren Sie in beiden Fällen während der Laufzeit jedes Jahr die Zinsen.

Bei den Wandelanleihen gibt es ein sogenanntes Umtausch-Verhältnis.

Ein Verhältnis 1:10 bedeutet beispielsweise: Für 1 Wandelanleihe erhalten Sie 10 Aktien.

Dieses Wahlrecht bei Wandelanleihen (Sie können Geld in Aktien wandeln; daher der Name) macht dieses Anlage-Instrument so attraktiv.

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Wie sich Wandelanleihen im Verhältnis zu Aktien entwickeln

Wie wirkt sich die Mischung aus Aktie und Anleihe auf den Börsenkurs aus?

Typischerweise macht der Kurs einer Wandelanleihe die Aufwärts-Bewegung der zugrunde liegenden Aktie zu etwa 2/3 mit.

Fällt der Aktienkurs, verliert die Wandelanleihe im Vergleich zur Aktie nur etwa 1/3.

Wandelanleihen sind also ideal, wenn ein Aktien-Investment riskant erscheint, aber dennoch großes Entwicklungs-Potenzial besitzt.

Worauf es beim Kauf von Wandelanleihen ankommt

Verwechseln Sie Wandelanleihen nicht mit Aktienanleihen!

Bei Wandelanleihen haben Sie das Wahlrecht, ob Sie den Nominal-Betrag oder Aktien haben möchten.

Bei Aktienanleihen hat dieses Wahlrecht der Emittent (in dem Fall: die Bank).

Und noch einmal:

Wandelanleihen sind ein Aktien-Investment mit Sicherheitsnetz. Die Aufwärts-Bewegung wird nur zu etwa 2/3 nachvollzogen, eine Abwärts-Bewegung zu rund 1/3.

Kaufen Sie nie Wandelanleihen, die statt eines Wandlungsrechts eine Wandlungspflicht vorsehen!


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.