Wann und warum sind Broker-Firmen von festen zu ausgehandelten Provisionen gewechselt?

Am 1. Mai 1975, als sich die Broker der amerikanischen Wall Street von festen Provisionen verabschiedeten, gab es keine größeren […]

Am 1. Mai 1975, als sich die Broker der amerikanischen Wall Street von festen Provisionen verabschiedeten, gab es keine größeren Proteste. Die meisten Finanzexperten waren überzeugt, dass die Regeländerung nur geringe Änderungen nach sich ziehen würde.

Schließlich besaß jede Brokeragentur eine hohe Meinung von den eigenen Ratschlägen und daher schien es unausweichlich, dass die verschiedenen Broker ein gemeinsames Preisniveau – durch Preisabsprachen – erreichen würden. Glücklicherweise machte Charles Schwab diesen Plänen ein Ende.

Schwab erkannte die Chance, seine Preise zu senken und daher neue Kunden zu gewinnen. Damit stellte er sich gegen die gängige Praxis, bei denen die Gebühren der Broker immer weiter anstiegen, um das Maximum an Profit zu erwirtschaften. Schwab war der Meinung, dass eine Reduzierung der Handelskosten eine neue Art von Investoren zu seiner Agentur ziehen würde – der Neueinsteiger.

Der Neueinsteiger, den Schwab ansprechen wollte, war bisher noch nie an der Börse aktiv geworden. Er besaß keine großen Finanzmittel wie die meisten Investoren zu dieser Zeit. Stattdessen richtete sich Schwab an Privatleute, die ihre Ersparnisse vermehren wollten.

Damit legte er den Grundstein für die Vielzahl an Discount-Brokern ohne Beratung, die wir heute antreffen können. Hierdurch fielen die Gebühren, die beim Aktienkauf anfielen, von mehreren hundert US-Dollar zu nur noch rund 90$.

Mit dem Aufstieg des Internets fielen diese Preise bis auf undenkbare 10$ in den Keller. Schwab hatte somit einen großen Anteil daran, dass viele Privatleute in den Aktienmarkt einsteigen konnten.

Natürlich öffneten sich damit auch finanzielle Risiken, da sich auch finanziell schwache Personen den Einstieg in die Börse leisten konnten. Generell stellen die ausgehandelten Provisionen jedoch einen großen Fortschritt dar.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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