Warum die Crowdstrike Aktie ein Gewinner der Corona-Krise ist

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Die Crowdstrike Aktie profitiert gleich in doppelter Hinsicht von der aktuellen Corona-Krise.  Das sind die Gründe. (Foto: Lori Butcher / shutterstock.com)

Im Zuge der Corona-Krise arbeiten immer mehr Mitarbeiter von Zuhause aus. Dadurch greifen immer mehr Arbeitnehmer auf Anwendungen und Daten im Unternehmen über das Internet zu.

Dadurch ergeben sich neue Angriffsflächen für Cyber-Kriminelle, die diese Situation gerne nutzen würden, um wertvolle Daten (Logins, Kreditkartendaten etc.) abzugreifen. Daher sind in der aktuellen Situation Sicherheitslösungen gefragt, die Endgeräte wie Laptops, Desktops, aber auch Server, virtuelle Maschinen und IoT-Geräte (Internet der Dinge) besonders schützen.

Genau in diesem Bereich ist der US-Sicherheitsspezialist Crowdstrike tätig. Das Unternehmen bietet eine Cloud-basierte Software im Abo an, mit der sich über eine einzige Plattform (Falcon) sämtliche Endgeräte schützen lassen. Das bedeutet: Wann immer Mitarbeiter Video-Konferenzsoftware wie Zoom oder Messenger wie Slack nutzen, bietet Crowdstrike den notwendigen Schutz an.

Crowdstrike bleibt von der Corona-Krise verschont

Wie gut das Geschäft bei Crowdstrike läuft, bewies das Unternehmen Mitte März, als der US-Sicherheitsspezialist seine Zahlen für das jüngste Quartal vorlegte. Der Gesamtumsatz für das Schlussquartal 2020 wuchs um stolze 89 % auf 152,1 Mio. US-$. Die Abo-basierten Erlöse kletterten um 90 % auf 138,5 Mio. US-$.

Der Nettoverlust (GAAP-Basis) fiel mit 28,4 Mio. US-$ etwas niedriger aus als im Vorjahr (31,3 Mio. US-$). Unter dem Strich erwirtschaftete Crowdstrike im jüngsten Quartal bereits einen positiven Cashflow von 66,1 Mio. US-$, der sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfachte.

Crowdstrike konnte ferner eine Rekordzahl von 870 neuen Abo-Kunden gewinnen und erwartet trotz der Corona-Krise ein starkes Wachstum. Im laufenden Fiskaljahr 2021 soll ein Jahresumsatz von 723,3 bis 733,5 Mio. US-$ zu Buche stehen, ein Umsatzwachstum von ca. 52 %.

Phishing-Kampagnen rund um COVID-19 explodieren

Der positive Ausblick zeigt, dass Crowdstrike gleich in zweierlei Hinsicht von der aktuellen Corona-Krise profitiert. Nicht nur vom Trend, dass immer mehr Menschen im Homeoffice arbeiten, sondern auch von einer stark steigenden Zahl von Phishing-Kampagnen rund um die Atemwegserkrankung COVID-19 (Coronavirus).

In immer mehr Phishing-Mails wird die Bezeichnung COVID-19 benutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen und Mitarbeiter zum Anklicken von Datei-Anhängen zu bewegen, weiß Crowdstrike-Chef George Kurtz. Hinter diesen Datei-Anhängen verbirgt sich dann allzu oft Schadsoftware, die den Rechner ausspioniert oder Daten stiehlt.

Fazit: Crowdstrike bestens für die Corona-Krise aufgestellt

Nachdem Crowdstrike-Produkte bereits für Kunden verfügbar waren, die den führenden Cloud-Infrastrukturanbieter Amazon Web Services (AWS) nutzen, stellt Crowdstrike seine Funktionen inzwischen auch für die Google Cloud Plattform und Microsoft Azure bereit. Damit deckt Crowdstrike alle 3 führenden Cloud-Plattformen mit seinem Produktangebot ab.

Auch auf der Finanzseite ist Crowdstrike bestens aufgestellt. Durch den erfolgreichen Börsengang verfügt Crowdstrike über Barreserven von über 900 Mio. US-$, daneben ist der Sicherheitsspezialist auch nahezu schuldenfrei. Sollte es tatsächlich zu einer längeren Wirtschaftskrise kommen, wäre dies für Crowdstrike wohl kein Problem.

Daneben spielt auch das derzeitige Umfeld dem US-Sicherheitsspezialisten klar in die Karten. Unternehmen werden durch die Corona-Krise kaum ihre Sicherheit aufgeben, sondern eher noch mehr Geld in den Cyber-Schutz investieren. Dies gilt insbesondere zu einer Zeit, in der immer mehr Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten.

Analysten wie JPMorgan-Experte Sterlin Auty sehen daher Kursziele von über 100 US-$ für die Crowdstrike Aktie. Crowdstrike-Mitgründer George Kurtz bestätigte auf einer jüngsten Analystenkonferenz, dass Crowdstrike derzeit Marktanteile vom bisherigen Marktführer Symantec gewinnt. Viele Analysten glauben daher, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird.

Da Crowdstrike noch nicht profitabel ist, sollten Anleger die Aktie als Depotbeimischung betrachten und nicht alles auf eine Karte setzen. Da sich die Crowdstrike Aktie zuletzt bereits stark erholt hat, sollten Anleger niedrigere Kurse abwarten.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands