Warum gilt ein „Hockeyschlägerangebot“ als betrügerisch?

Beim sogenannten Hockeyschlägerangebot (vom engl. „hockey stick bid“) handelt es sich um eine Preisstrategie.

Dabei setzt ein Anbieter den Warenpreis wesentlich höher als die Grenzkosten an.

Dies geschieht meistens, wenn die Nachfrage im Bezug auf bestimmte Waren unverändert hoch bleibt. Deswegen sind die Käufer bereit, mehr zu zahlen, obwohl die Ware normalerweise günstiger angeboten wird.

Grund für eine solche preisstabile Nachfrage kann ein Mangel an wichtigen Gütern sein, so dass im Endeffekt jeder noch so hohe Verkaufspreis von potentiellen Käufern akzeptiert wird.

Beispiele für Hockeyschlägerangebote lassen sich auf dem Energiemarkt finden.

In dieser Branche kommen Verknappungen oftmals vor, und gerissene Verkäufer machen sich diese Situation zu Nutze. Sie verkaufen eine kleine Warenmenge zu einem deutlichen höheren Preis als normal.

Somit müssen sich die Käufer entscheiden, ob sie auf die Ware verzichten oder sie zu einem exorbitanten Preis kaufen wollen.

Der Name Hockeyschlägerangebot (bzw. „hockey stick bid“) bezieht sich auf die Verbildlichung der Preisstrategie: Der Warenpreis steigt plötzlich auf ein Level an, das ganz und gar nicht dem durchschnittlichen Preis entspricht.

Der Preisverlauf gleicht dabei oftmals der Form eines Hockeyschlägers, wobei die Spitze des Schlägers das deutlich überspitzte Angebot darstellt.

Diese Strategie gilt als Betrug, weil sie den Marktpreis – vor allem in Notlagen – manipuliert.

Beispielsweise erhöht sich während eines Eissturms die Energienachfrage drastisch – logischerweise, um Häuser und Firmen zu heizen. Ein Energielieferant nutzt diese Notlage aus und macht ein Hockeyschlägerangebot.

Die Käufer stehen nun vor der Wahl, entweder die überzogenen Preise in Kauf zu nehmen, oder aber zu frieren.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie ungerecht sich die Preisstrategie des Hockeyschlägerangebots auswirkt. Die Käufer werden immer weiter in die Opferrolle gedrängt, während der Verkäufer deutlich davon profitiert.

10. Dezember 2012

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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