Geschlossene Investmentfonds: Warum Handel über oder unter dem Nettoinventarwert (NAV)?

Der Handel mit geschlossenen Investmentfonds kann zum Nettoinventarwert, über pari oder unter pari stattfinden. (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Der Nettoinventarwert (engl. „net asset value“ bzw. NAV) wird gebildet, indem der Nettowert aller Vermögenswerte des Investmentfonds-Portfolios durch die Zahl der ausstehenden Anteile dividiert wird.

Intuitiv gehen viele Anleger nun davon aus, dass der NAV identisch mit dem Marktpreis des Investmentfonds ist.

Doch viele geschlossene Investmentfonds handeln über oder unter ihrem Nettoinventarwert. Dabei handelt der Fonds entweder über pari (über dem Preis des NAV) oder unter pari (unter besagtem Preis).

Die Gründe für einen Handel über oder unter pari sind vielfältig:

  • Angebot und Nachfrage bestimmen, wie sich der Handelspreis des Fonds gegenüber dem NAV ausrichtet. Bei erhöhter Nachfrage und geringem Angebot wird der Marktpreis den NAV logischerweise übertreffen. Die gegensätzliche Konstellation sorgt dafür, dass der Preis geringer als der NAV ausfällt.
  • Auch das Fondsmanagement ist verantwortlich für den Fonds selbst. Bei einer guten Reputation des Managers bezahlen die Anleger über pari, um den Fonds zu halten. Einen Handel unter pari kann also auch ein wenig angesehenes Management verschuldet haben.
  • Genauso wie beim Aktienhandel ist auch die Erwartungshaltung entscheidend. Besteht das Portfolio aus Vermögenswerten, von denen eine gute Performance erwartet wird, kann diese Tatsache für einen Handel über pari sorgen. Eine voraussichtlich schlechte Performance geht insofern oftmals mit einem Handel unter pari einher.
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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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