Warum ist die Mississippi-Blase geplatzt?

John Law galt als der Retter der französischen Wirtschaft – und endete doch wieder im Exil. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Im Jahre 1715 war Frankreich als Nation quasi insolvent – und das trotz extrem hoher Steuern.

Die Kriegsführung hatte ihre Spuren in der französischen Staatskasse hinterlassen.

Frankreich geriet in Verzug, und der Wert der Währung schwankte stark, weil die Bürger Angst vor der Zukunft hatten. Die Währung bestand zu diesem Zeitpunkt aus Gold und Silber.

Schließlich wurde John Law zu Rate gezogen. Law war aus Schottland vertrieben worden, weil er einen Mann in einem Schwertduell umgebracht hatte.

Vor allem aber war er Fachmann im Bezug auf Spekulationen und Finanzen, was ihm viel Ansehen im Parlament verschaffte.

Er gab dem unberechenbaren Vorrat an Gold und Silber die Schuld an der schlechten Wirtschaft – und sprach sich für Papier aus. Dadurch könne mehr Währung in Umlauf kommen und der Handel liefe wesentlich schneller ab.

Law eröffnete eine Bank, die Münzanzahlungen annahm, aber für Anleihen und Abbuchungen Papier verarbeitete.

Seine Bank baute ihre Reserven auf, indem sie Aktien vergab. Außerdem machte sie Profit, indem sie sich mit den Finanzen des Parlaments beschäftigte.

Law beschloss, sich zu vergrößern, indem er sich die Mississippi Company aneignete, die ihres Zeichens monopolistisch mit French Louisiana handelte.

Außerdem übernahm das Unternehmen – unter Laws Einfluss – die Steuererhebung und den gesamten Handel außerhalb Europas. Der Preis der Aktie stieg rasant an.

Somit war mehr Geld notwendig, um Anteile zu erwerben – mehr Geld musste gedruckt werden.

Unglücklicherweise versteiften sich die Menschen darauf, ihren Profit in Form der beiden Edelmetalle zu erhalten. Law kappte diese Form der Rückzahlung, um seine Reserven nicht vollständig aufzubrauchen.

Dadurch trennte er Frankreichs Papierwährung von der Gold- und Silberwährung und erhöhte den Preis für die Mississippi Company-Aktie. Die Edelmetallreserven konnten die steigende Menge an Papierwährung nicht mehr aufwiegen – eine Hyperinflation setzte ein.

Law realisierte, dass der Aktienkurs gnadenlos überbewertet war, und setzte zu einem kontrollierten, allmählichen Rückgang an. Dazu wertete er Währung und Anteile um die Hälfte ab.

Allerdings verschlimmerte diese Entscheidung die Situation noch, da sie für hektische Verkäufe sorgte. Der Kurs verschlechterte sich dramatisch, die Papierwährung wurde wertlos, und John Law wurde erneut verbannt.

Da die Mississippi-Blase im selben Jahr wie die South Seas-Blase platzte, wird sie oftmals mit ihrem britischen Pendant verwechselt.

Dabei handelt es sich bei der Mississippi-Blase eher um eine Währungsfehlleistung als um eine richtige spekulative Blase.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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