Warum nutzen Unternehmen Aktiensplits und Aktienzusammenlegungen?

Unternehmen nutzen Aktiensplits und Aktienzusammenlegungen vor allem, um in der Zukunft Kosten für die Verwaltung der Aktionäre zu sparen. Zunächst […] (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Unternehmen nutzen Aktiensplits und Aktienzusammenlegungen vor allem, um in der Zukunft Kosten für die Verwaltung der Aktionäre zu sparen.

Zunächst wird das Unternehmen eine Aktienzusammenlegung durchführen und kurz darauf einen Aktiensplit folgen lassen. Der Hintergedanke dabei ist es, Anleger mit wenigen Aktien auszahlen zu können. Wird die Zusammenlegung beispielsweise zur Rate „1 aus 100“ getätigt, würden sämtliche Aktionäre mit weniger als 100 Aktien des Unternehmens ausbezahlt werden. Nach dieser Auszahlung würden die Aktien erneut gesplittet, um wieder auf die Ausgangsposition zurück zu kehren.

Die Sparmöglichkeiten bei den Administrationskosten lassen sich dabei vor allem auf den Briefverkehr zurückführen. Mit weniger Aktionären sind die Druck- und Portokosten für Berichte und andere Dokumente deutlich niedriger.

Dies hilft vor allem kleineren Unternehmen bei der Kosteneinsparung. Andererseits birgt ein solches Vorgehen die Gefahr, Anleger mit wenigen Aktien zu verärgern – sie sind schließlich unwichtig für das Unternehmen und können daher ausgeschlossen werden. Dies kann sich schnell negativ auf das  öffentliche Bild des Unternehmens niederschlagen.

Eine weitere Möglichkeit der Kosteneinsparungen betrifft vor allem amerikanische Unternehmen. Diese fallen seit wenigen Jahren unter die so genannte „Sarbanes-Oxley-Regulation“, nach der Unternehmen mit mehr als 300 Aktionären deutlich schärferen Regeln ausgesetzt sind. Aktiensplits und –zusammenlegungen können diesen Unternehmen dabei helfen, die Zahl der Aktionäre unter 300 zu drücken und somit einen großen Geldbetrag einzusparen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.