Warum Sie niemals an eine Aktie glauben sollten

Die meisten Misserfolge an der Börse sind darauf zurückzuführen, dass Anleger von ihrem ursprünglich gefassten Plan oder System abweichen. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Bevor ein Trade abgeschlossen ist, können Sie selbst bei einer hohen Trefferquote nicht wissen ob Sie mit der Aktie einen Gewinn oder ein Minus erzielen werden.

Und das ist auch gar nicht Ihre Aufgabe. Im Gegenteil.

Eine wichtige Erkenntnis an der Börse lautet: Wie sehr ein Anleger an einzelne Aktien “glaubt” ist direkt proportional zum Ausmaß seiner Verluste/seines Scheiterns auf lange Sicht.

Denn dieser Anleger wird sich schwertun, kleine Verluste zu akzeptieren und ist ständig versucht, entweder sein System in Frage zu stellen oder in laufende Trades einzugreifen.

Indem er bspw. Stopp-Limits herausnimmt, Positionen aufstockt oder Gewinne zu früh mitnimmt, boykottiert er sein Chance-Risiko-Verhältnis (natürlich unbewusst) zu seinen Ungunsten.

Ein erfolgreicher Trader ist sich bewusst, dass er niemals (!) die vorab festgelegten Parameter (Stopp, Positionsgröße, Gewinnlimit) eines laufenden Trades ändern darf.

Sie können niemals alle Fakten kennen

Sie erreichen nachhaltigen Tradingerfolg nur und ausschließlich dann, wenn Sie wirklich, wirklich einkalkulieren und erlauben, dass in einem einzelnen Trade alles was an der Börse möglich ist passieren kann, darf und muss.

Also zum Beispiel Gewinne, Verluste, Kurssprünge „über Nacht“ (Gaps), vorübergehende Handelsaussetzung etc…

Denn: So gut Sie auch analysieren, Sie sind kein Insider, können niemals alle Fakten kennen und auch das Börsenumfeld ist entscheidend.

Als erfahrene Trader wissen Sie, dass auch Sie zwangsläufig den einen oder anderen Verlusttrade haben werden. Das perfide daran: Verluste (wie auch Gewinne) treten an der Börse häufig in Serien (sog. Clustern) auf.

Diese Serien erweisen sich für viele ambitionierte Trader oft als finaler Stolperstein, der ihnen in entscheidenden Momenten das Vertrauen in Ihre Strategie oder die Disziplin kostet und sie damit zu Fall bringt.

Angst und Gier sind die Ursache. Ihnen wird dies mit der richtigen Strategie jedoch nicht passieren!

Vertrauen Sie Ihrer Aktienauswahl und nie einzelnen Aktien

Ihren überdurchschnittlichen Gesamterfolg stellen Sie also nicht dadurch sicher, dass Sie an einzelne “besonders gute” Aktien “glauben”, die “einfach steigen müssen”.

Vertrauen Sie stattdessen der perfektionierten Aktienauswahl Ihres jeweiligen persönlichen Systems, welches Ihnen systematisch vergleichbare Trades liefert, mit denen Sie einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Anlegern haben.

Warum Sie keine Lieblingsaktien haben sollten

Kennen Sie das? Sie haben eine Aktie schon mehrfach getradet und jedes Mal damit einen Gewinn erzielt. Dies kann allerdings dazu führen, dass Sie diese Aktie auch in Zukunft wohlwollend betrachten und nur allzu gerne wieder ins Depot aufnehmen.

Bei solchen „Lieblingsaktien“ ist allerdings Vorsicht angebracht.

Einige Anleger neigen dazu, es bei ihren „Lieblingsaktien“ nicht ganz so genau zu nehmen. Beispielsweise nehmen sie diese Aktien auch ins Depot auf, wenn das Kaufsignal nicht eindeutig ist und sind bei diesen Aktien beim Ausstoppen ebenfalls nicht so konsequent wie bei anderen Werten.

Statt den Verlust mittels Stopp zu begrenzen, hoffen sie, dass sich die Gewinnserie von 5 erfolgreichen Trades doch noch fortsetzt und es beim 6. Mal ebenfalls einen Gewinn geben wird.

Emotionen verschlechtern Ihr Chancen/Risiko-Verhältnis

Doch eine solche „Vorzugsbehandlung“ – bei der Emotionen an die Stelle von objektiven Anlagekriterien treten – führt unweigerlich zu Fehlern und damit zu schlechteren Anlageergebnissen.

Machen Sie sich immer klar: Selbst wenn Ihnen eine Aktie 5 Mal in Folge Gewinne eingebracht hat, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn beim 6. Trade dadurch nicht größer.

Wenn Sie 5 Mal eine Münze geworfen und immer „Kopf“ erhalten haben, bleibt die Wahrscheinlichkeit für „Kopf“ beim 6. Versuch schließlich auch bei 50%.

Bei Aktien ist dies nicht anders.

Zwar bietet Ihnen mein Aktien Timing System eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit als 50%, doch nur bei konsequenter Anwendung der Kriterien – ohne Ausnahmen.

Denken Sie immer daran: Ein erfolgreicher Trader ist sich bewusst, dass er niemals (!) die vorab festgelegten Parameter (Stopp, Positionsgröße, Gewinnlimit) eines laufenden Trades ändern darf. Denn damit würde er sein Chancen/Risiko-Verhältnis (natürlich unbewusst) zu seinen Ungunsten verändern.

Ebenso weicht er natürlich nicht seine Kriterien für einen Einstieg in einen Wert auf, nur weil er in der Vergangenheit mit diesem Wert mal Gewinn gemacht hat.

Die Gewinne kommen für Sie mit dem richtigen „Navi“ von allein

Die meisten Misserfolge an der Börse sind darauf zurückzuführen, dass sich Anleger von Emotionen leiten lassen und dadurch von ihrem ursprünglich gefassten Plan oder System, z.B. durch Ausstieg, Nachkauf, Risikoerhöhung oder Strategiewechsel abweichen.

Das ist, als ob Sie nach Hamburg wollen, die Route in Ihr Navi eingeben und auf dem Weg je nach Stimmung mal Richtung Berlin oder gar München abbiegen.

Sie werden irgendwo rauskommen, aber sicher nicht an Ihrem Ziel Hamburg.

Wir möchten Sie deshalb an der Hand nehmen und Ihnen dazu immer wieder Folgendes klar machen: Um an der Börse hohe Gewinne zu erzielen, müssen Sie letztendlich nichts weiter tun, als „stupide“ erprobten und gewinnbringenden Anlagestrategien zu folgen.

Dann kommen die Gewinne für Sie auf Dauer von ganz allein.

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Von: Maximilian Ritter. Über den Autor

Schon seit seiner Jugend interessiert sich Maximilian Ritter für das Börsengeschehen. In seinem Dienst "Aktien-Timing-System" setzt er auf eine verfeinerte CANSLIM-Methode, mit der sich eine 30%ige Rendite im Jahr erwirtschaften lässt.

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