Warum sollte ein Unternehmen die Übernahme eines Börsenmantels einem Börsengang vorziehen?

Die Nutzung eines Börsenmantels für eine umgekehrte Fusion ist oft der zweckmäßigste und kostengünstigste Weg für ein privates Unternehmen mit nicht offen gehandelten Aktien, den Schritt an die öffentlichen Börsen zu unternehmen. Vor dem Aufstieg dieser umgekehrten Fusionen entstand der Großteil der börsennotierten Unternehmen durch einen Börsengang.

Bei diesem Vorgang übernimmt ein aktives privates Unternehmen die Kontrolle über ein ruhendes börsennotiertes Unternehmen und fusioniert mit diesem. Diese ruhenden Unternehmen nennt man Börsenmantel, da sie nur in den wenigsten Fällen Werte besitzen. Der einzige Vorteil dieser Unternehmen ist, dass sie weiterhin an der Börse notiert sind.

Ein Unternehmen kann eine umgekehrte Fusion im Zeitraum zwischen wenigen Wochen und vier Monaten durchführen. Ein Börsengang dauert hingegen sechs bis zwölf Monate – bei deutlich höheren Kosten.

Braucht ein kleines Unternehmen also schnell Kapital, kann die Nutzung eines Börsenmantels von großem Vorteil sein. Außerdem erlaubt es den Besitzern von privaten Unternehmen, durch die Übernahme einer alten Firma ihr eigenes Kapital zu erhöhen und ihre Kontrolle zu vergrößern, ohne das eigene Unternehmen abgeben zu müssen.

18. November 2012

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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