Warum werden Anleihen auf dem Sekundärmarkt „über die Theke“ gehandelt?

Während Aktien auf dem Primärkmarkt gehandelt werden, wechseln Anleihen auf dem Sekundärmarkt ihren Besitzer. Anders als bei Aktien spielt sich dieser Sekundärmarkt jedoch nicht an Börsen ab. Stattdessen werden sie „über die Theke“ (OTC, vom englischen „over the counter“) oder einfach „außerbörslich“ gehandelt. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Hauptgrund ist die Vielfalt der angebotenen Anleihen.

Bei Aktien gibt es nur zwei unterschiedliche Typen – Stammaktien oder Vorzugsaktien – die auf wenige Merkmale beschränkt sind. Anleihen haben auf der anderen Seite unterschiedliche Qualitäten, Fälligkeiten und Ertragschancen. Dies führt zu einer Vielzahl an Emittenten und Emissionen von Anleihen mit unterschiedlichen Eigenschaften, die es schwierig machen, Anleihen an der Börse zu handeln. Ein weiterer Grund ist das Problem der Auflistung aktueller Preise.

Aktienpreise werden durch aktuelle Ereignisse, das Kurs-/Gewinnverhältnis eines Unternehmens und letztlich dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage beeinflusst. Die Preise von Anleihen werden hingegen von veränderten Zinssätzen oder Kredit-Ratings beeinflusst. Da der Handelszeitraum zwischen zwei Anleihen Wochen oder sogar Monate betragen kann, wird es schwierig, den aktuellen Preis einer Anleihe festzulegen und sie somit wie Aktien an einer Börse zu handeln.

22. Oktober 2012

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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