Was 2017 am Wohnungsmarkt bringt

Spannend für Wohnungseigentümer und Mieter: die neuen Entwicklungen und politischen Vorgaben für den Immobilienmarkt 2017.

Mieterbund und Wohnungswirtschaft sind sich in dem Punkt einig, dass die bestehenden Probleme auf dem Wohnungsmarkt so schnell als möglich in Angriff genommen und gelöst werden müssen. Trotzdem blickt kaum ein Bereich der Wirtschaft so optimistisch in das Jahr 2017 und die weitere Zukunft wie der Immobilienmarkt.

Die hierfür verantwortlichen Wachstumsfaktoren sind der starke Zuzug in die Ballungszentren, die Flüchtlings-Zuwanderung und nicht zuletzt die niedrigen Zinsen. Die äußerst freundliche Einschätzung der Branche ist nicht unbegründet: In den ersten 10 Monaten des Jahres 2016 wurden 23 % mehr neue Wohnungen genehmigt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Immobilienmarkt 2017 – Probleme der Wohnungswirtschaft

Die Probleme, vor denen die Immobilienwirtschaft auch im Jahr 2017 steht, sind vielfältig. Zunächst einmal ist Deutschland ein Land der Mieter. Denn weniger als 50 % aller Bürger leben hierzulande in eigenem Wohnbesitz. Verglichen mit unseren Nachbarstaaten ist das sehr wenig.

Das bedeutet, dass viele Menschen unseres Landes, besonders Familien mit Kindern, auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind. Hierzu haben gerade für das Jahr 2017 politische Parteien jeglicher Couleur Vorschläge zur Anpassung des Mietrechts gemacht. Vor allem eine Verschärfung der Mietpreisbremse kündigt sich für das noch junge Jahr an.

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Handlungsbedarf besteht insbesondere in den Ballungsräumen. Hier mehren sich die Anzeichen, dass Kaufpreise für Immobilien und Mieten weiter steigen werden. Wie schon seit einiger Zeit zieht es junge Menschen vorrangig in die Großstädte. Jedes Jahr steigt die Zahl der Einwohner z.B. Berlins um 40.000, demgegenüber werden jährlich in der Hauptstadt nur etwa 10.000 Wohnungen mehr angeboten. Darüber hinaus möchten viele Zuwanderer mit anerkanntem Asylantrag die Sammelunterkünfte verlassen und normale Wohnungen beziehen.

Während sich also die Wohnungssituation in den Ballungsgebieten mehr und mehr anspannt, stehen in der Provinz immer mehr Eigenheime und Wohnungen leer. Dennoch wird die Nachfrage insgesamt ebenfalls von den niedrigen Zinsen angeschoben.

Wie die Politik mehr Wohnraum schaffen will

Die Regierungsparteien CDU und SPD möchten Familien beim Erwerb von Wohnungseigentum helfen. Die Vorschläge reichen von einem Zuschuss von bis zu 20.000 € für kaufwillige Familien (Bundesbauministerin Barbara Hendricks – SPD) bis zu einem Baukindergeld (CDU-Abgeordneter Jan-Marco Luczak), das Familien pro Jahr zugewiesen werden soll. Trotz grundsätzlich ähnlicher Ansichten steht ein Kompromiss derzeit noch aus.

Bereits heute klagen Mieterverbände und Wohnungswirtschaft unisono über vertane Zeit. Denn der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum und Infrastrukturellen Gebäuden wie Schulen oder Kindergärten wird weiter steigen.

Die große Nachfrage und die sich abzeichnenden Phänomene des Jahres 2017 auf dem Wohnungsmarkt stellen besondere Herausforderungen an Politik und Immobilienwirtschaft. Die Bereitschaft, sich diesen Gegebenheiten anzunehmen, scheint aber vorhanden zu sein.

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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