Was Anleger zum Jahresende bei der Steuer beachten sollten

Wie immer lohnt es sich am Jahresende, finanziellen Dingen ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Denn meist gilt es in diesem Zeitraum, gerade dann auslaufende Fristen zu beachten oder auf neue Gegebenheiten zu reagieren. Und oft lohnt es sich. Schließlich muss man normalerweise am Jahreswechsel mit erhöhten Aufwendungen wie Versicherungsbeiträgen und ähnlichen Kostenpunkten rechnen.

Steuertipps zum Jahresende: 1. Freistellungsaufträge überprüfen

In der Regel werden die meisten Sparzinsen und eine Reihe von Dividenden zum Jahresende ausgezahlt. Anleger, die noch keinen Freistellungsauftrag erteilt haben, zahlen auf alle Kapitalerträge 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag.

Hinzu kommt abhängig von den persönlichen Umständen möglicherweise noch die Kirchensteuer. Wenn die Abgeltungssteuer erst einmal abgeführt ist (Banken sind verpflichtet, dies automatisch zu tun), muss der Anleger bis zur nächsten Steuererklärung warten, bis er sein Geld zurück bekommt.

Auch wer Depots oder Konten bei unterschiedlichen Banken unterhält, kann den Freistellungsauftrag aufteilen und auf diese Weise optimal nutzen. Dabei gilt es zu prüfen, welche Kapitalerträge erwartet werden und bei welcher Bank bereits ein Freistellungsauftrag erteilt worden ist. Anleger können ihren Freistellungsauftrag mehrmals im Jahr ändern – auch noch am letzten Arbeitstag des Geldinstituts im Dezember.

Sollen die Änderungen schon ab Januar wirksam werden, sollte der Freistellungsauftrag schon bis Mitte Dezember geändert werden. Wer seinen Freistellungsauftrag optimal verteilt hat, kann steuerfreie Einnahmen aus Kapitalerträgen bis zum Sparerpauschbetrag von 801 € für Ledige und 1.602 € für Verheiratete geltend machen.

2. Lassen Sie sich die Verluste Ihrer Investments bescheinigen

Für Anleger lacht nicht immer die Sonne. Es gibt auch kürzere oder längere Phasen, in denen mit den Depots rote Zahlen geschrieben werden. Gewinne, die über dem Sparerpauschbetrag liegen, müssen versteuert werden. Aber wenn bei Wertpapiergeschäften Verluste entstehen, können Sie diese mit  Gewinnen aus anderen Transaktionen ausgleichen. Und das verringert die Abgeltungssteuer.

Wenn ein Anleger Verluste und Gewinne bei einem einzigen Geldinstitut macht, werden diese automatisch miteinander verrechnet. Wenn Investoren allerdings Konten oder Depots bei verschiedenen Banken unterhalten, sollten Sie rechtzeitig vor dem Jahresende agieren. Nun ist es ratsam, sich den Verlust von der einen Bank bescheinigen lassen. Und zwar dann, wenn Sie diesen mit einem Gewinn bei einem anderen Geldinstitut verrechnen lassen wollen.

Sie können diese so genannte Verlustbescheinigung noch bis zum 15. Dezember beantragen und in der darauf folgenden Steuererklärung mit der Anlage KAP einreichen. Denken Sie daran: Beim Fiskus werden sie ohne eine Bescheinigung nichts erreichen.

Zum Jahresende ist es empfehlenswert, den oder die Freistellungsaufträge zu überprüfen und gegebenenfalls umzuschichten. Darüber hinaus sollten Sie sich die Verluste Ihrer Investments bescheinigen lassen, wenn welche angefallen sein sollten.

9. Dezember 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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