Was bedeutet ein negatives Eigenkapital in der Bilanz?

Negatives Eigenkapital kann aus verschiedenen Gründen in der Bilanz eines Unternehmens auftauchen. All diese Gründe sollten jedoch von Investoren gründlich […] (Foto: hywards / Shutterstock.com)

Negatives Eigenkapital kann aus verschiedenen Gründen in der Bilanz eines Unternehmens auftauchen. All diese Gründe sollten jedoch von Investoren gründlich untersucht werden.

Um dies zu verstehen, sollten Sie die einfache Formel zur Berechnung des Eigenkapitals im Hinterkopf behalten:

Vermögenswerte – Verbindlichkeiten = Eigenkapital

Das Eigenkapital gibt also an, welche Finanzmittel  die Besitzer eines Unternehmen (also seine Anteilseigner) behalten würden, wenn alle Vermögenswerte verkauft und alle Schulden bezahlt wären.

Im Falle eines negativen Eigenkapitals würde dies also bedeutetn, dass die Besitzer theoretisch Geld schulden würden, auch wenn die Struktur von börsengehandelten Unternehmen in der Realität gewöhnliche Aktionäre aus dieser Verantwortung nimmt.

Ein negatives Eigenkapital  resultiert meist aus diversen Methoden der Buchhaltung, die mit Unternehmensverlusten in den vergangenen Jahren unterschiedlich umgehen. Im Normalfall werden diese Verluste als Verbindlichkeiten in die nächste Bilanz übernommen, bis sie ausgeglichen wurden.

Oftmals existieren diese Verluste nur auf dem Papier – was es dem Unternehmen erlaubt, seine Tätigkeit weiter zu führen.

Andere Situationen, die hinter einem negativen Eigenkapital stehen können, sind beispielsweise Leveraged Buyouts (oder Kreditaufnahmen) oder Wertberichtigungen auf immaterielle Werte wie Patente, Urheberrechte oder ähnlichem.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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