Was hat es mit dem Skandal um die ImClone-Aktien 2001 – 2004 auf sich?

Am 28. Dezember 2001 verkündete das amerikanische Gesundheitsministerium, das neue Krebsmedikament Erbitux des Biotech-Unternehmens ImClone abzulehnen.

Dieses Medikament machte einen Großteil des Entwicklungsportfolios der Fima aus, so dass die ImClone-Aktie stark an Wert verlor.

Oberflächlich betrachtet verdeutlicht dieser Fall nur den Einfluss des Gesetzgebers auf die Pharmaindustrie. Doch bei genauerem Hinsehen fielen Unstimmigkeiten auf.

So verkauften viele Freunde und Familienmitglieder des Unternehmensgründers Samuel Waksal ihre Anteile, noch bevor das Statement des Gesundheitsministeriums veröffentlicht wurde.

Waksal schien ihnen einen Tipp gegeben zu haben.

Zu diesen Menschen gehört auch „Amerikas beste Hausfrau“ Martha Stewart, die am 27. Dezember 4.000 ImClone-Aktien verkaufte.

Zu diesem Zeitpunkt erwirtschaftete Stewart bei einem Kurs von knapp unter 60 Dollar an die 250.000 Dollar, woraufhin der Verkaufswert pro Aktie auf circa 10 Dollar abstürzte.

Stewart gab zwar an, ihren Verkauf bereits im Voraus mit ihrem Broker Peter Bacanovic (von Merrill Lynch) geplant zu haben.

Das Justizministerium leitete dennoch eine Untersuchung ein, durch die Stewart erheblich an Ruhm verlor und als CEO ihrer Firma „Martha Stewart Living Omnimedia“ zurücktreten musste.

Nachdem weitere Insiderinformationen in Umlauf gerieten und noch mehr rechtliche Schritte angedroht wurden, fiel der Kurs von ImClone sogar unter die 10 Dollar-Grenze.

2003 wurde Waksal schließlich zu über sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von 4,3 Millionen Euro verurteilt, 2004 wurden ebenso Stewart und Bacanovic verurteilt.

Stewart musste infolge des Verfahrens eine Haftstrafe von mindestens 5 Monaten verbüßen und eine Geldstrafe von 30.000 Dollar zahlen.

2005 wurde sie aus der Haft entlassen und kehrte als Gründungs- und Redaktionsleiterin in ihre Firma zurück.

ImClone erholte sich von diesem Skandal, und beim zweiten Anlauf wurde auch das Krebsmedikament Erbitux von der Gesundheitsbehörde anerkannt.

2006 eignete sich der ehemalige Corporate Raider Carl Icahn eine Führungsposition im Unternehmen an und wechselte fast den kompletten Verwaltungsrat aus, um Aufsichtsratsvorsitzender zu werden.

11. Oktober 2012

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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