Was ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und warum ist es so wichtig?

Das vielbesprochene Bruttoinlandsprodukt (BIP) dient als einer der wichtigsten Indikatoren beim Abschätzen der aktuellen Wirtschaftslage eines Landes.

Es spiegelt den Gesamtwert aller in einer bestimmten Zeitspanne umgesetzten Waren- und Dienstleistungen in € beziehungsweise $ wider.

Für gewöhnlich wird hiermit die erbrachte Wirtschaftsleistung innerhalb eines Jahres oder eines Quartals mit vorherigen Werten verglichen.

So entspricht eine Wertsteigerung um 2% im Vergleich zum Vorjahr beispielsweise einem aktuellen Wirtschaftswachstum von eben diesen 2%.

Ganz so einfach ist die exakte Berechnung des BIPs dann aber doch nicht. Und so zerbrechen sich unzählige Wirtschaftswissenschaftler tagtäglich den Kopf darüber.

Trotzdem gibt es 2 ganz grundsätzliche Weisen, auf die es – stark vereinfacht, wohl gemerkt – ermittelt werden kann:

Dabei handelt es sich zum einen um das sogenannte Ertragswertverfahren (auch: income approach), bei dem sämtliche Einkommen der in einem Land Tätigen addiert werden.

Bei diesem Verfahren werden also sämtliche Aufwendungen an Angestellte, der Bruttoertrag aller Unternehmen sowie Steuergelder berücksichtigt. Etwaige Subventionen bleiben außen vor.

Der geläufigere Weg ist allerdings der Ausgabenansatz (auch: expenditure method), bei dem alle Ausgaben für Konsumgüter, Geldanlagen, Staatsausgaben sowie die Handelsbilanz des jeweiligen Landes genau unter die Lupe genommen werden.

Die Faktoren, welche das BIP repräsentiert, nämlich wirtschaftliche Produktion und Wirtschaftswachstum, wirken sich letztlich auf jeden einzelnen von uns aus.

So bringt eine stabile Wirtschaftslage in aller Regel auch eine geringe Arbeitslosenquote und steigende Löhne mit sich.

Eine  wesentliche Veränderung des BIPs hat  darüber hinaus auch immer einen spürbaren Einfluss auf den Aktienmarkt.

Schließlich bedeutet eine schlechte wirtschaftliche Lage geringere Erträge für Unternehmen, die sich im Endeffekt wiederum in niedrigeren Aktienpreisen zeigen.

Viele Anleger machen sich folglich immer wieder große Sorgen um ein negatives Wirtschaftswachstum. Ein guter Grund also für die Wirtschaftsexperten, mit Hilfe des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auszumachen, ob eine Wirtschaft in der Krise steckt.

5. April 2013

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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