Was ist das Verhältnis zwischen Inflation und dem Leitzins?

Inflation und Leitzinsen sind miteinander verwoben, was in der Makroökonomie oftmals erwähnt wird.

Inflation bezeichnet die Rate, in welcher die Preise für Waren und Serviceleistungen ansteigen. Basis ist dabei ein spezieller „Warenkorb“. Der Leitzins wird in Europa und damit auch für Deutschland durch die Europäische Zentralbank festgelegt. Ein niedriger Leitzins, zu dem sich Banken Geld von der Zentralbank leihen können, kann sich auf die Zinssätze auswirken, die die Bank an ihre Kunden vergibt.

Fallen die Zinsen, dann freuen sich Kreditnehmer, auf der anderen Seite ärgern sich die Sparer.

Generell bedeutet dies, dass sich bei niedrigen Zinssätzen mehr Kunden Geld leihen können. Dieses Geld fließt durch Einkäufe zurück in die Wirtschaft, die weiter wächst und damit die Inflation vorantreibt. Da gleichzeitig Sparer weniger Zinsen erhalten, werden diese tendenziell mehr Geld ausgeben. Die Wirkung auf Konjunktur und Inflation verstärkt sich.

Das Gegenteil geschieht bei höheren Zinssätzen. Steigen diese an, haben die Konsumenten weniger Geld zum Ausgeben, die Wirtschaft verringert sich ebenso wie die Inflation. Sparer erhalten mehr Zinsen und geben weniger Geld aus. Konjunktur und Inflation werden weiter gebremst.

Die Höhe des Leitzinses wird dabei nicht nur mit Blick auf das Geldmengenwachstum und die Inflation bestimmt, sondern richtet sich auch nach anderen Größen wie der Arbeitslosenquote. Ziel ist es, die Zinssätze so zu gestalten, dass die Wirtschaft im Gleichgewicht gehalten wird. Aber das festgeschriebene „offizielle“ Ziel der Zinspolitik der EZB ist alleine die Inflation.

Während eine Erhöhung der Zinssätze die Inflation eindämmen kann, sorgt eine Verringerung für Wirtschaftswachstum.

Investoren und Händler behalten diese Entscheidungen immer im Blick. Bestimmte Märkte reagieren sofort auf Änderungen der Zinssätze, vor allem natürlich die Devisenmärkte. Der Eurokurs zieht beispielsweise meist nach einer Erhöhung des Leitzinses deutlich an.

Wichtig sind in diesem Zusammenhang insbesondere die Erklärungen und Hinweise, die die Vertreter der Zentralbanken im Hinblick auf die künftige Geldpolitik geben. Oft werden Zinssatzänderungen bereits „verbal vorbereitet“.

28. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt