Was ist der Unterschied zwischen EBITDA, EBITDAR und EBITDARM?

EBITDA, EBITDAR und EBITDARM werden für die Bewertung der Finanzperformance genutzt. Doch es gibt große Unterschiede zwischen den drei Indikatoren.

EBITDA, EBITDAR und EBITDARM sind Indikatoren, die für die Bewertung der Finanzperformance und Ressourcenzuweisung für operative Einheiten innerhalb eines Unternehmens genutzt werden. Diese werden oft in der Gesundheitsindustrie genutzt und gelten außerdem als Maßstab für Hebelwirkung und Schuldendienst.

EBITDA, oder das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, ist ein häufig verwendeter Maßstab für Profitabilität. Es wird berechnet, indem das Betriebsergebnis sowie Abschreibungen zusammengezählt werden. EBITDA wurde erstmals in den 1980ern beliebt und sollte die Profitabilität von fremdfinanzierten Übernahmen zeigen. Heute wird es jedoch von zahlreichen Unternehmen genutzt, die positivere Zahlen an die Öffentlichkeit geben möchten.

EBITDAR, oder das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Miete/Restrukturierungskosten, basiert auf der gleichen Rechnung wie EBITDA. Zuzüglich werden hier jedoch Miet- und Restrukturierungskosten von den Ausgaben abgezogen. EBITDAR ist vor allem für Unternehmen von Vorteil, die aktuell Restrukturierungsmaßnahmen unterzogen werden.

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EBITDARM, oder das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Miet- und Restrukturierungskosten und Verwaltungsgebühren, wird oft von Ratingagenturen genutzt, um ähnliche hochverschuldete Unternehmen zu vergleichen und ihnen ein Kreditrating zuzuweisen.

Immobilieninvestmentfirmen und Krankenhäuser haben oft Leasingverträge für ihre Gebäude. Die Miete kann hier einen großen Faktor übernehmen.

Während EBITDA, EBITDAR und EBITDARM für den internen Gebrauch eine große Hilfe sein können und auch für den Vergleich verschiedener Unternehmen heran gezogen werden können, sollten sie nicht allein zur Bewertung der Finanzperformance heran gezogen werden.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.