Was ist ein „Baby Bell“?

Das Unternehmen AT&T schien lange das Monopol auf die Telefonindustrie Amerikas zu haben – doch was hat es mit den sogenannten Baby Bells zu tun? (Foto: Sasin Paraksa / shutterstock.com)

Im Jahre1982 stimmte AT&T (American Telephone & Telegraph Corporation) der „Anti-Trust Action“ des Justizministeriums zu, und splittete sich in sieben regionale Unternehmen auf, die sogenannten RBOCs (Regional Bell Operating Companies) – auch Baby Bells genannt.

Jahrzehntelang wurde angenommen, dass AT&T das natürliche Monopol auf die Telefonindustrie Amerikas hatte.

Für andere Unternehmen schien es unmöglich, mit AT&T und seiner gut aufgebauten Infrastruktur zu konkurrieren, ohne Unmengen an Geld aufwenden zu müssen.

Dennoch erlaubten in den Sechziger- und Siebzigerjahren mehrere Oberste Gerichtshöfe auch Dritten, am Telefonnetzwerk von AT&T teilzuhaben – die Monopolherrschaft wurde somit untergraben.

Außerdem sollte die Teilung von AT&T in kleinere Unternehmen dazu führen, dass mögliche Konkurrenten auch geographisch gesehen besser gestellt waren.

Die Baby Bells konzentrierten sich auf Ortsgespräche, wobei ein deutlich kleineres AT&T-Unternehmen auf dem Markt für Auslands- und Ferngespräche mit Rivalen wie Sprint oder MCI konkurrieren musste.

Schließlich fand eine der größten ironischen Wendungen auf dem Aktienmarkt statt, als das völlig heruntergewirtschaftete AT&T schließlich 2005 von SBC, der Southwestern Bell Coorporation – einem der Baby Bells – aufgekauft wurde.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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