Was ist ein Derivat?

Ein Derivat ist ein Vertrag zwischen zwei oder mehreren Parteien, dessen Wert auf einem zugrunde liegenden vorher festgelegten Finanzinstrument basiert. […]

Ein Derivat ist ein Vertrag zwischen zwei oder mehreren Parteien, dessen Wert auf einem zugrunde liegenden vorher festgelegten Finanzinstrument basiert. Gewöhnlich sind dies Anleihen, Rohstoffe, Währungen, Zinsen, Markt Indizes und Aktien.

Futures, Termingeschäfte, Optionen, Swaps und Optionsscheine sind häufige Derivate. Ein Futures-Kontrakt gilt beispielsweise als Derivat, da dessen Wert durch die Performance des zugrunde liegenden Vertrages betroffen ist. Ebenso ist eine Aktienoption ein Derivat, da ihr Wert von der entsprechenden Aktie abhängig ist.

Derivate werden für Spekulationen und Hebelgeschäfte genutzt. Spekulanten versuchen, von wechselnden Preisen des zugrunde liegenden Instrumentes zu profitieren. Ein Händler kann beispielsweise auf einen erwarteten Kursabfall einer Aktie mit einem Verkauf der Aktienoption reagieren.

Werden Derivate als Hebel genutzt, kann das Risiko der Anlage zwischen den einzelnen Vertragsparteien aufgeteilt werden.  Hierbei dienen sie also zur Absicherung beider Seiten.

Nehmen wir als Beispiel ein Rohstoffderivat zwischen einem Bauern und einem Fleischer. Der Bauer schließt das Derivat ab, um einen für ihn akzeptablen Preis pro Schwein festzulegen. Der Fleischer hingegen will durch das Derivat sicherstellen, dass der Nachschub an Schweinen nicht abreißt. Auf der einen Seite wird hierdurch das Risiko also geringer.

Andererseits kann es vorkommen, dass die Preise für Schweine während der Vertragslaufzeit ansteigen (zum Beispiel durch ein akutes Auftreten der Schweinepest). Der Bauer müsste in dem Fall also auf das zusätzliche Einkommen verzichten, dass diese Preissteigerung mit sich bringen würde. Auf der anderen Seite können die Preise jedoch auch sinken. In dem Falle müsste der Fleischer also einen höheren Preis zahlen als die aktuelle Marktsituation verlangen würde.

Derivate können sowohl an Terminbörsen als auch außerbörslich gehandelt werden. In letzterem Fall nennt man sie OTC-Geschäfte (vom englischen „over the counter“).

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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