Was ist ein „Stripped Bond“?

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Eine Anleihe besteht aus Nominalwert und Kupons. Bei den sogenannten „Stripped Bonds“ werden diese individuell verkauft. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Bei einem „Stripped Bond“ handelt es sich um eine bestimmte Form von Anleihen (engl. “bonds”).

Dabei sind die Hauptbestandteile der Anleihe in eine Nullkuponanleihe (auch Zerobond genannt) und eine Serie von Kupons aufgespalten.

Dazu vorab: Eine Anleihe an sich ist eine Schuldurkunde, die traditionell aus zwei Teilen besteht – dem Nominalwert als Hauptbestandteil und den Kupons als Zinsraten.

Den Nominalwert erhält der Anleihengläubiger bei Verfall der Anleihe.

Der Kupon wiederum bezieht sich auf die festverzinslich Zahlung, die der Anlagengläubiger in bestimmten, festgelegten Intervallen erhält.

Beim „Stripped Bond“ werden die Kuponzahlung und die Hauptrückzahlung in zwei separate Komponenten aufgeteilt (engl. „stripped“) und individuell verkauft.

So erhält eine Person den Hauptbestandteil bzw. die Nullkuponanleihe (also den Nominalwert bei Verfall), während die andere Person die festverzinslich Zahlung bis zum Verfall und in Form eines Stroms von Kupons erwirbt.

Ein Beispiel: Die Bonner Braugesellschaft benötigt Kapital, um eine neue Brauerei zu finanzieren. Infolgedessen emittiert sie Anleihen mit einem Nominalwert von 1.000 €, einer jährlichen Kuponzahlung von 5% und einem Verfallsrahmen von 5 Jahren.

Das „Unternehmen für Stripped Bonds“ (USB) kauft die Anleihe für 1.000 € und teilt die Kupons auf.

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Verkauft das USB die Nullkuponanleihe für 800 € an Anleger A und die Kuponzahlung für 200 € an Anleger B, gleicht dies das Unternehmen für den Ankauf der Anleihe wieder aus.

Anleger A profitiert davon, dass er bei Verfall den Nominalwert von 1.000 € erhält, aber lediglich 800 € bezahlt und somit 200 € extra erwirtschaftet hat.

Ebenso ergeht es Anleger B, der 200 € bezahlt hat, um 250 € zu erhalten, und damit einen Profit von 50 € macht.

Indem das USB diesen Service bereitstellt, erhält es eine Kommission für den Verkauf der beiden „gestrippten“ Anleihen.

Es gibt allerdings weitere Faktoren, die zu beachten sind.

So basiert der Preis, zu dem das USB die Nullkuponanleihe verkaufen kann, auf den vorherrschenden Zinsraten zum Zeitpunkt des Verkaufs. Es kann die Kuponzahlungen außerdem an andere Anleger verkaufen.

Im Beispiel erhält das USB keinen Profit für die Anlage.

Unternehmen, die auf diese Weise arbeiten, erwirtschaften allerdings Geld durch den Verkauf über pari, um den Service bereitzustellen.

Außerdem profitieren sie von der Differenz zwischen Verkaufspreis für den Nominalwert oder die Kuponzahlungen und dem ursprünglichen Ankaufspreis der Anleihe.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.